Telekom Austria könnte Vertrag von Finanzchef vorzeitig beenden

21. Februar 2014, 18:22
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Pressesprecher erläuterte mögliche Vorgehensweise - Tschuden geriet wegen Verlusten bei Zinssicherungsgeschäft unter Kritik

Der Aufsichtsrat der Telekom Austria könnte kommende Woche über ein vorzeitiges Ende des Vertrags von Finanzvorstand Hans Tschuden entscheiden. Im August 2011 hatte das Telekom-Kontrollgremium den Vertrag des Finanzchefs um fünf Jahre bis März 2017 verlängert. Der Aufsichtsrat habe jedoch die Möglichkeit, diesen vorzeitig nach drei Jahren zu beenden, sagte ein Firmensprecher am Freitag zu Reuters.

Informationspflicht

In diesem Fall müsse Tschuden aber mit einer Vorlaufzeit von einem Jahr darüber informiert werden - also bis spätestens Ende März, erläuterte der Sprecher. Der Manager war innerhalb des Konzerns wegen eines verlustreichen Zinssicherungsgeschäfts und seiner Dividendenpolitik in Kritik geraten, die manchen angesichts mauer Gewinne als zu großzügig erschien. Zuvor hatte bereits die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Freitagsausgabe über den möglicherweise bevorstehenden Abschied Tschudens berichtet.

Sitzung

Die nächste Aufsichtsratssitzung des Konzerns ist für kommenden Dienstag geplant. Zuvor tagt der Personalausschuss des Gremiums. Auf der Tagesordnung steht jedoch nur ein Punkt: "Vorstandsangelegenheiten". Insider erwarten, dass dort die Laufzeit von Tschudens Vertrag diskutiert werden soll. Eine Entscheidung über eine vorzeitige Vertragsauflösung sei noch nicht gefallen, betonte ein anderer Insider.

Der frühere Wienerberger-Manager ist zugleich stellvertretender Firmenchef des teilstaatlichen Telekom-Konzerns, an dem der mexikanische Milliardär Carlos Slim einen Anteil von 26,8 Prozent hält. (APA, 21.2.2014)

  • Telekom Austria Finanzvorstand Hans Tschuden steht in der Kritik
    foto: ronald zak / dapd

    Telekom Austria Finanzvorstand Hans Tschuden steht in der Kritik

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