Forscher wollen Computern das Singen von Opern beibringen

21. Februar 2014, 18:21
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Wiener und japanische Forscher entwickeln Methoden zur Synthese von Operngesang

Wien - Das Forschungszentrum Telekommunikation Wien (FTW) und das National Institute of Informatics (NII) in Japan haben ein Projekt gestartet, bei dem Computer gleichsam zu Opernsängern ausgebildet werden sollen.  Derzeit finden in Wien Aufnahmen von professionellen Opernsängern und -sängerinnen statt, um aus diesen Daten Synthesizer für Operngesang zu entwickeln, teilte das FTW am Freitag mit.

Die Aufnahmen erfolgen in den wichtigsten männlichen und weiblichen Stimmlagen (Mezzo, Sopran, Bass und Tenor). Gesungen werden Stücke von Mozart, Lehar, Strauss und Rossini. Musik und Gesang werden getrennt aufgenommen, um aus den reinen Gesangsdaten akustische Merkmale, wie zum Beispiel die Grundfrequenz, extrahieren zu können, die für die Modellierung benötigt werden. Da die Modellierung sprachabhängig ist, werden nur deutschsprachige Opern oder Übersetzungen ins Deutsche aufgenommen. Die Auswahl der Stücke erfolgte so, dass die Dimensionen "lyrisch-dramatisch" und "schnell-langsam" abgedeckt sind.

Nächstes Ziel: Emotionen im Gesang

"Die von uns gemeinsam entwickelten Synthesizer der nächsten Generation werden Opernsänger und -sängerinnen natürlich nicht ersetzen, aber Einsatz in der Gesangsanalyse, dem Gesangsunterricht und in der elektronischen Musik finden", erklärte Projektleiter Michael Pucher vom FTW. Ziel sei es, Methoden zu entwickeln, um Operngesang möglichst realistisch, etwa auch mit Emotionen, zu synthetisieren. (APA/red, derStandard.at, 21.02.2014)

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