Pendlerpauschale via Rollfähre

23. Februar 2014, 14:50
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Stress am Finanzamt für die Pendler

Pendler haben es an sich nicht leicht, da macht ihnen auch noch das Finanzamt Stress. Seit kurzem steht der Rechner des Finanzministeriums nach saftiger Verzögerung online, der die Entfernung zum Arbeitsplatz am Verkehrsweg kalkuliert und die Basis für das Pendlerpauschale legt. Doch wenn die Beamtenschaft dem Zeitgeist frönt, hat das seine Tücken. Eine Protestflut wurde bereits ausgelöst, weil die Plattform tendenziell die Ansprüche der Steuerzahler plattmacht.

Vom Gegenteil überzeugen lässt sich ein IT-System naturgemäß nicht so leicht. Da dessen Ergebnis eine "amtliche Grundlage" darstellt, bleibt dem pendelnden Volk nur die Berufung gegen den Steuerbescheid. Das Amt gibt nämlich via Pendlerrechner die Strecke vor, die zum Arbeitsplatz führt. Wer beispielsweise lieber kürzer mit dem Pkw zum nächsten Bahnhof fährt, um dann eine unter dem Strich längere ÖBB-Verbindung zu wählen, kann viel Geld verlieren. Die Arbeiterkammer hat Beispiele ermittelt, bei denen der finanzielle Nachteil 300 Euro ausmacht.

In manchen Fällen werden Pendler gar auf Irrwege geschickt, wie PwC-Berater Thomas Strobach aus einem konkreten Fall weiß. Von Korneuburg nach Klosterneuburg spuckt der Rechner 7,5 Kilometer Entfernung aus. Der Landweg ist freilich rund 20 km lang. Es sei denn, man nimmt die Rollfähre über die Donau. Die hat übrigens gerade Wintersperre. (as, GELDSTANDARD)

  • Pendler haben es nicht leicht - erst recht nicht, wenn es ums Geld geht.
    foto: apa/fohringer

    Pendler haben es nicht leicht - erst recht nicht, wenn es ums Geld geht.

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