Riesiger Satellit könnte gefährliche Kettenreaktion im All auslösen

Ansichtssache23. Februar 2014, 21:47
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illu.: esa

Gefährlicher Satelliten-Gigant

Im Jahr 2002 schickte die Europäische Weltraumorganisation ESA den riesigen Erdbeobachtungssatelliten "Envisat" ins All. Zehn Jahre später stellte dieser plötzlich den Funkkontakt zur Erde ein und musste schließlich aufgegeben werden. Seither kreist der neun Meter lange Gigant in einer Höhe von 790 Kilometern - also in jener Zone, in der die Dichte des Weltraummülls am größten ist. Wissenschafter der University of Leicester, England, sehen darin Potenzial für zukünftige Raumfahrt-Katastrophen. Laut einer im "Journal of Physics Special Topics" veröffentlichten Studie könnte "Envisat" aufgrund seiner Größe und der Region, in der er sich bewegt, eine gefährliche Kettenreaktion auslösen, die andere Satelliten und letztlich auch die bemannte Raumfahrt bedroht.

Nach aktuellen Daten dürfte "Envisat" für etwa 150 Jahre in seinem Orbit bleiben, ehe er auf die Erde stürzt - lange genug also, um die ansonsten eher geringen Chancen für eine Kollision mit anderen Objekten entschieden zu steigern. Nach der Studie passieren jedes Jahr mindestens zwei Objekte die große Satellitenleiche innerhalb eines Abstands von 200 Metern. Sollte "Envisat" in Zukunft tatsächlich mit einem anderen Trümmerteil oder Satelliten zusammenstoßen, wäre die Folge eine Art orbitales Billard, das schließlich auch Schlüsselsatelliten und bemannte Raumfahrzeuge erfassen könnte. Technische Maßnahmen, die "Envisat" frühzeitig zum Absturz bringen, seien daher eine Überlegung wert, meinen die Forscher. Diese wären allerdings mit erheblichem Aufwand und enormen Kosten verbunden.

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