Paris setzt auf staatlichen Bergbau

21. Februar 2014, 14:26
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Paris - Frankreich will einen staatlichen Bergbaukonzern aus dem Boden stampfen und damit seinen Zugriff auf begehrte Industrierohstoffe verstärken. 400 Mio. Euro Steuergeld werden in den nächsten fünf bis sieben Jahren in das neue Unternehmen Compagnie nationale des mines de France (CMF) investiert, wie Industrieminister Arnaud Montebourg in der Zeitung "Le Parisien" (Freitagsausgabe) ankündigte. Die CMF solle im In- wie Ausland Bodenschätze heben. Frankreich brauche etwa das Metall Lithium für Elektrobatterien und den Halbleiter Germanium für Gasfaserkabel.

Mit dem Aufbau eines neuen Staatskonzerns richtet sich die Regierung in Paris gegen den Trend in Europa. Unter dem Druck der Schuldenkrise haben eine Reihe von Ländern eine Privatisierungswelle eingeläutet, um die Haushalte zu entlasten. Montebourg verteidigte das Vorhaben als dringend notwendig. "Mit unserem nationalen Bergbaukonzern werden wir unsere nationalen Interessen schützen", sagte er dem Blatt "Le Figaro".

Beträchtliche Goldreserven etwa verspricht sich der Minister im Überseegebiet Französisch-Guayana in Südamerika. Außerdem richtet er den Blick auf Zentralasien und Afrika. "Vor allem die frankophonen Länder in Afrika würden lieber mit uns zusammenarbeiten als mit multinationalen Konzernen aus dem Ausland", erläuterte Montebourg.

Frankreich war einst ein großer Kohle- und Eisenproduzent. Mittlerweile ist das Land aber im Bergbau nicht mehr stark aktiv. Geblieben sind etwa die Nickel-Förderung von Eramet sowie das Urangeschäft des Atomkonzerns Areva. (APA, 21.2.2014)

  • Unter dem Druck der Schuldenkrise haben eine Reihe von Ländern eine Privatisierungswelle eingeläutet - in Frankreich gehen die Uhren anders. In den kommenden fünf bis sieben Jahren fließen 400 Millionen Euro Steuergeld in das neue Unternehmen
    foto: reuters/barbou

    Unter dem Druck der Schuldenkrise haben eine Reihe von Ländern eine Privatisierungswelle eingeläutet - in Frankreich gehen die Uhren anders. In den kommenden fünf bis sieben Jahren fließen 400 Millionen Euro Steuergeld in das neue Unternehmen

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