Währungsturbulenzen im Visier der G-20

21. Februar 2014, 13:27
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Weichen für mehr Transparenz in Steuerangelegenheiten sollen gestellt werden

Sydney - Die Finanzminister und Notenbankchefs der 19 größten Wirtschaftsmächte und EU-Vertreter treffen sich am Wochenende in Australien. Ganz oben auf der Agenda: der Kampf gegen Steuertricks und die jüngsten Turbulenzen in den Schwellenländern.

Die Vertreter der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie der EU wollen bei ihrem Treffen in Sydney die Weichen für mehr Transparenz untereinander in Steuerangelegenheiten stellen. Sie wollen unterbinden, dass Konzerne mit legalen Steuertricks Milliarden einsparen. Am Freitag einigten sich die Finanzminister der USA und Australiens bereits auf mehr bilateralen Datenaustausch.

Konkrete Maßnahmen spätestens im November

"Wo man Geld verdient, zahlt man auch Steuern", sagte Australiens Finanzminister Joe Hockey. "Der automatische Informationsaustausch ist weltweiter Standard geworden", erklärte sein US-Kollege Jack Lew. "Die G-20 sollten alle Länder anhalten, diese Standards anzunehmen." Konkrete Maßnahmen wollen die Staaten spätestens bei ihrem Gipfeltreffen im November in Brisbane auf den Weg bringen.

Die Schwellenländer wollen in Sydney die Turbulenzen an ihren Finanzmärkten thematisieren. Die Probleme seien auf die wieder etwas straffere Geldpolitik in den USA zurückzuführen, sagen sie. In einigen Ländern wie Brasilien, Indien oder der Türkei gerieten die Währungen zuletzt massiv unter Druck, weil ausländische Investoren Kapital abgezogen hatten.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wolle auch ein Ende des extrem billigen Geldes, hieß es in Berlin. Jedes Land müsse zu Hause für Stabilität sorgen, damit es mit den Veränderungen fertig werde. Schäuble plädiert unter anderem für konkrete Schritte zum Defizitabbau in allen Ländern.

US-Minister Lew warnte in einem Brief an seine Kollegen vor einer Trübung der Wachstumsaussichten, wenn die Schwellenländer schwächeln. An die Adresse der EU schrieb Lew, die Binnennachfrage müsse angekurbelt werden. Er nannte zwei Top-Prioritäten für die G-20: das Wachstum zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. (APA, 21.2.2014)

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