Eine Frau packt die Geheimwaffe aus

21. Februar 2014, 12:16
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Am Samstag haben Österreichs Snowboarder im Parallelslalom noch einmal die Chance ganz vorne mitzumischen

Krasnaja Poljana - Ina Meschik hat als Vierte im Riesentorlauf eine Medaille knapp verpasst, erstmals haben die Parallel-Snowboarder bei Olympischen Spielen aber eine zweite Chance auf Medaillen. Im Slalom am Samstag (6.15/10.15 Uhr MEZ) greift Österreich mit dem gleichen Quartett bei Damen und Herren an, die Gesamtweltcupsechste Marion Kreiner will im Kampf um eine Medaille auch ihre Geheimwaffe auspacken.

Freiräume im Materialbereich

"Keine Sorge, ich bin nicht unter die Biathleten gegangen", beschwichtigte die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Vancouver 2010. "Aber ich bin schon gespannt, was da passiert. Man versucht ja immer, sich einen Vorteil zu verschaffen, etwas weiter zu entwickeln. Und da haben wir geschaut, dass wir beim Material was verbessern. Die Snowboarder sind da ja Gott sei Dank nicht so begrenzt wie die Skifahrer, wir können uns relativ viel spielen mit Formen und Aufbau."

Das Neue habe sofort sehr gut funktioniert: "Ich fühle mich sehr wohl und weiß, dass ich noch konkurrenzfähiger bin. Ich bin ja im Slalom ein bisserl hinterhergehinkt, wenn man das so sagen kann", sagte die 32-Jährige, die im Bad-Gastein-Slalom als Dritte auf das Stockerl fuhr. Zudem war sie in diesem Winter zweimal Siebente in dieser Disziplin.

Das Eis-Debakel im Riesentorlauf hat sie längst abgehakt. "Nach dem Ausscheiden hat es mich angezipft, aber das ist eh normal. Der erste war einer meiner schlechtesten Qualifikationsläufe überhaupt, voll daneben. Ich weiß, dass meine Kanten zu wenig scharf waren. Grundsätzlich mag ich härtere Bedingungen lieber, aber nicht, wenn es unfahrbar wird. Wir Snowboarder haben nun mal nur eine Kante, wir können nicht wie die Skifahrer nachsteigen und ausgleichen", sagte die zweifache WM-Medaillengewinnerin (Gold im Riesentorlauf 2009, Silber im Slalom 2007) aus der Steiermark.

"Alles oder nichts"

Sollte es wieder glatt werden, ist Kreiner dieses Mal vorbereitet. "Ich bin darauf eingestellt, das sollte dann kein Problem mehr sein." Im Kampf um Edelmetall wird sie alles geben: "Bei Olympia geht es um alles oder nichts, da fährt jeder dementsprechend, da quetscht jeder das letzte Prozent heraus."

Österreichs Snowboarder haben vor vier Jahren in Vancouver zwei Medaillen gewonnen, neben der Bronzenen von Kreiner holte der Niederösterreicher Benjamin Karl Silber. Auch 2006 in Turin gab es dank Bronze von Siegfried Grabner eine Medaille zu bejubeln. Es liegt also am Samstag an Kreiner, Meschik, Julia Dujmovits und Claudia Riegler sowie Karl, Lukas Mathies, Andreas Prommegger und Anton Unterkofler dafür zu sorgen, dass diese Serie nicht reißt. (APA, 21.2.2014)

  • Zweite und letzte Medaillenchance für Marion Kreiner, ...
    foto: epa/jens buettner

    Zweite und letzte Medaillenchance für Marion Kreiner, ...

  • ...Benjamin Karl und Co.
    foto: apa/ schlager

    ...Benjamin Karl und Co.

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