Vergewaltigungsprozess gegen Bundesheer-Soldaten geplatzt

21. Februar 2014, 15:03
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Schöffen fehlten: Prozess am Landesgericht Klagenfurt kurzfristig verschoben

Kurzfristig vertagt wurde am Donnerstag der Strafprozess gegen jenen österreichischen Bundesheer-Soldaten, der im Rahmen seines Kosovo-Einsatzes drei Frauen vergewaltigt haben soll. Die Verhandlung am Landesgericht Klagenfurt konnte nicht stattfinden, weil keine Schöffen erschienen waren. Das bestätigte Ute Lambauer, Sprecherin des Landesgerichts Klagenfurt, auf derStandard.at-Anfrage.

Verwirrung um Ladungen

Einen orf.at-Bericht, wonach das Gericht vergessen habe, Schöffen zu laden, kann die Sprecherin nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren: Der Hergang werde derzeit überprüft. Zwar habe der zuständige Richter die Ladungen verfügt, ob dann aber tatsächlich Schöffen geladen wurden, wisse man noch nicht.

Laut dem orf.at-Bericht mussten Zeugen, die eigens für den Prozess aus dem Kosovo angereist waren, unverrichteter Dinge wieder abreisen. Die Gerichtssprecherin bezweifelt das. "Das hätten wir gemerkt", so die Sprecherin - am Gericht seien keine kosovarischen Zeugen erschienen, zudem habe niemand einen Antrag auf Kostenersatz gestellt. Die Zeugen hätten grundsätzlich einen Anspruch auf Ausgleich der Reise- und Unterkunftskosten. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der 39-jährige Kärntner ist wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung sowie der Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses angeklagt. Er wird beschuldigt, in den Jahren 2009 und 2010 mehrere Taten begangen haben. Bei den Opfern soll es sich um drei Kosovarinnen handeln, die im Camp der Österreicher als Hilfskräfte der Verwaltung gearbeitet haben.  (sterk, derStandard.at, 21.2.2014)

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