Was die Bewerbung ruiniert

21. Februar 2014, 12:54
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Personalchefs und Personalberater sagen: Das Wie entscheidet im Bewerbungsprozess. Und das kann schon ein lascher Händedruck sein. Weitere No-Gos: Mangelhafte Unterlagen, negative Kommentare über den früheren Arbeitgeber und natürlich unziemliche Fotos

"Man glaubt gar nicht, wie weit es vom Bewerber zum professionellen Mitarbeiter sein kann." Das war einer der vielen Kommentare der befragten Personalmanager, berichtet Astrid Leopold. Im Rahmen der Studie "Soft Skills im Bewerbungsprozess" hat sie Österreichs Top-500 Unternehmen, sowie führende Personalberater befragt. Auf den Punkt gebracht gilt folgendes: "Fachliche Qualifikationen sind die Pflicht einer erfolgreichen Bewerbung, die passenden Soft Skills sind als Kür jedoch oft entscheidend."

Soft Skills im Trend
Soft Skills werden im Arbeitsprozess immer wichtiger. Ein perfekter Lebenslauf reicht nicht mehr, Unternehmen machen sich ein umfassendes Bild der Bewerber. Persönlichkeit, Authentizität, gutes Auftreten sind gefragt. Denn wer im Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt, wird das auch im Kundentermin tun.

Keine Chance mit schlechten Unterlagen
Die Bewerbungsunterlagen sind der Erste Eindruck, den die Kandidaten beim Unternehmen hinterlassen. Die Hälfte der Bewerbungsschreiben weist Rechtschreibfehler auf, ein absolutes No-Go für die HR-Manager. Lücken und Widersprüche im Lebenslauf finden sich in einem Drittel der Unterlagen. Drei von vier Bewerbungen sind Standardschreiben. Personaler wünschen sich mehr Individualität.

Gutes Benehmen gefragt
Nur 28 Prozent der Bewerber punkten mit korrektem Auftreten und Umgangsformen. Hier klafft eine Lücke in der Ausbildung, denn Schulen, Universitäten und Fachhochschulen decken dieses Thema noch kaum ab, sagt die Studie.

Was den Jobeinstieg versaut

  1. Bei einem Drittel der Bewerbungsunterlagen fehlt Datum und Unterschrift, ein Viertel hat unkorrekte Ansprechpartner des Zielunternehmens in den Unterlagen oder überhaupt unstrukturierte Unterlagen
  2. 40 Prozent der Fotos sind unpassend – dann lieber gar kein Bild, der Trend geht sowieso dorthin
  3. Ein Drittel der eingereichten Lebensläufe ist voller Widersprüche und unerklärter Lücken
  4. Die Hälfte der Bewerbungsschreiben weist Rechtschreibfehler auf – ein No-Go
  5. Drei Viertel der Bewerbungen sind Standardschreiben mit Einheitsfloskeln ohne jede Individualität
  6. Die Hälfte der Kandidaten zeigt sich nicht wirklich interessiert, weil keine Fragen im Bewerbungsgespräch gestellt werden, 60 Prozent haben sich über das Zielunternehmen kaum oder nicht informiert
  7. Ein Drittel hat keine oder keine realistische Einschätzung der Bezahlung für die angestrebte Position
  8. Überwiegend sind Bewerber nicht passend gekleidet: Nur sieben Prozent der Befragten geben an, dass sie passend Gekleidete sehen
  9. Ein Drittel vergibt sich mit laschem Händedruck die Chance auf einen guten Eindruck
  10. Über 70 Prozent der Bewerber haben mangelhafte Umgangsformen
  11. Ein Viertel redet schlecht über den vorigen Arbeitgeber – besonders verpönt
  12. Ein Drittel kann nicht plaudern, in kein lockeres Gespräch einsteigen
  13. Bei 20 Prozent der Bewerber stoßen Recruiter auf zweifelhafte Fotos im Internet, auf auffällige Kommentare oder Postings

10 Tipps für Bewerber
Umgekehrt die Ratschläge aus dieser Befragung für ein Gelingen:

  • Authentisch sein
  • Gut vorbereitet sein
  • Auf gepflegtes, adäquates Erscheinungsbild achten
  • Interesse zeigen, Fragen stellen
  • Freundliches Verhalten, korrekte Umgangsformen
  • Humor nicht zuhause vergessen
  • Persönlichkeit soll spürbar sein
  • Ehrlich sein
  • Positiv sein
  • Klare Ausdrucksweise, prägnant und informativ (derStandard.at, 21.02.2014, Karin Bauer)

Links:

  • Noch immer punkten korrekte Kleidung, gutes Benehmen und saubere Unterlagen
    foto: istock/tomasz wojnarowicz

    Noch immer punkten korrekte Kleidung, gutes Benehmen und saubere Unterlagen

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