Wer wo warum gründet

23. Februar 2014, 08:14
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In Wien, Niederösterreich und der Steiermark wird am eifrigsten gegründet. Das Motiv ist - so es sich nicht um "Zwangsselbstständigkeit" nach Joverlust handelt: Autonomie. Also, der eigene Chef zu sein

Exakt 36.947 Neugründungen hat es laut Wirtschaftskammer Österreich (WKO) im Jahr 2013 gegeben. Im Vergleich zu 2012 suchten um 1309 Menschen mehr den Weg in die Selbstständigkeit. Oberösterreich liegt mit 5172 Unternehmensgründungen (2013) österreichweit an vierter Stelle - nach Wien (8403), Niederösterreich (7778) und der Steiermark mit 5389 Unternehmensgründungen im Jahr 2013.

Ganz allgemein sei die Zahl der Gründerinnen gestiegen - der Frauenanteil lag 2013 österreichweit bei 43,5 Prozent, in Oberösterreich bei 45,1 Prozent, sagt die Statistik. Bis zur angestrebten österreichweiten Frauenquote von 50 Prozent ist es noch ein Stück weit hin. Der größte Anteil der Gründerinnen in Oberösterreich ist - laut Gründungsstatistik der WKO Oberösterreich - zwischen 30 und 39 Jahre alt, gefolgt von der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen und der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen. Am gründungsfreudigsten waren im Jahr 2013 Männer im Alter zwischen 20 und 29 Jahren.

Hauptmotiv: Chef sein

Laut der Studie "Wissen. Wirtschaft. Wachstum" der Academia Superior - Gesellschaft für Zukunftsforschung, eines Zusammenschlusses aus Gründerservice der WKO Oberösterreich unter wissenschaftlicher Begleitung der Johannes-Kepler-Universität (Institut für Unternehmensgründung und Unternehmensentwicklung) überwiegen bei den Motiven für eine Unternehmensgründung die sogenannten Pullfaktoren, also jene der Chancenmotive gegenüber den Notwendigkeitsmotiven (Pushfaktoren). "Je nach Ausgangssituation", so heißt es, "sind es entweder der Wunsch nach Selbstständigkeit oder die Verwertung der eigenen Idee bzw. die Erschließung einer Marktchance, die die Perspektive des Unternehmertums begünstigen." Insbesondere spiele der Wunsch der Gründer, "der eigene Chef zu sein", eine herausragende Rolle.

Gründungsneigungen: hoch

Die meisten Neounternehmer haben sich im Bereich der gewerblichen Dienstleistung niedergelassen, gefolgt von den Bereichen Unternehmensberatung und Informationstechnologie und dem Direktvertrieb. Diese Daten gelten für die gesamten Gründer in Oberösterreich. Wirft man einen genaueren Blick auf die Gründungsneigung der Studierenden an der Kepler-Universität Linz, so ist diese im Vergleich zu anderen Studierenden an Österreich Unis hoch: Hinsichtlich der Gründungsneigung und -aktivitäten liegen die Studierenden der JKU mit 5,3 Prozent deutlich über dem Österreichschnitt von 3,3 Prozent. Laut der Global University Entrepreneurial Spirit Students' Survey (GUESS) verschieben sich die Perspektiven der JKU-Absolventen bereits fünf Jahre nach Studienabschluss und mit dem Erwerb von Praxiserfahrung zugunsten der selbstständigen Tätigkeit. Der Erhebung zufolge wollen fünf Jahre nach Studienabschluss nur 51,1 Prozent der Absolventen unselbstständig beschäftigt sein, 28,2 Prozent ein Unternehmen gegründet und 4,5 Prozent eines übernommen haben. Nicht zuletzt liege das am "Entrepreneurship-Education-Angebot" - Studien zeigen, dass man, je mehr man sich mit Fragen der Unternehmensgründung auseinandersetze, die Entwicklung für eine Unternehmensgründung desto positiver einschätze. (DER STANDARD, 22./23.02.2014, Heidi Aichinger)

  • Selbstbestimmung ist das stärkste Gründungs-Motiv. Im Bild: The Hub in Wien, dort kann man Arbeitsplätze anmieten, um Neues in die Welt zu bringen.
    foto: robert newald

    Selbstbestimmung ist das stärkste Gründungs-Motiv. Im Bild: The Hub in Wien, dort kann man Arbeitsplätze anmieten, um Neues in die Welt zu bringen.

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