Nach Zuwanderungsvotum in der Schweiz: Studierende "beerdigten" Erasmus

21. Februar 2014, 10:02
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Nach Stopp der Verhandlungen zu Austauschprogramms durch die EU

Bern - Mit einer symbolischen Protest-Aktion haben am Donnerstagabend in Bern rund 300 Studierende die EU-Programme "Erasmus" und "Horizon 2020" zu Grabe getragen. An der "Beerdigung" auf dem Bundesplatz in Bern wurde gleichzeitig Erasmus' Wiederauferstehung beschworen.

Die EU hatte die Verhandlungen zum Rahmenforschungsprogramm "Horizon 2020" und zu Studentenaustauschprogramm "Erasmus+" am Wochenende gestoppt. Dies, nachdem der Bundesrat (Regierung) als Folge des Volks-Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien sistiert hatte.

Erasmus ist tot, lang lebe Erasmus!"

Die Protestierenden versammelten sich rund um eine schwarz bemalte Kartonschachtel, die in der als Straßentheater inszenierten Beerdigung als Sarg für den "sehr jung verstorbenen" Erasmus diente. Die Grabrede einer Studentin mündete in einen flammenden Appell zum Widerstand: "Erasmus ist tot, lang lebe Erasmus!"

Auf einem Flugblatt rief die Neuenburger Studierenden-Vereinigung, welche die Aktion organisiert hatte, dazu auf, sich aktiv an der Wiederauferstehung der Austauschprogramme zu beteiligen. Die Wissenschaft dürfe nicht Opfer der Politik werden.

Die Universität Neuenburg ihrerseits wies am Donnerstag in einem Communique auf die Bedeutung der Mobilität der Studierenden für deren Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt hin. Dies gehe aus einer Publikation des Neuenburger Forschers Patrick Rérat in der Fachzeitschrift "Children's Geographics" hervor.

Rektoren fordern Klärung

Die Rektoren der Schweizer Hochschulen hatten sich anfangs Woche in einem offenen Brief an den Bundesrat gewandt und rasche Maßnahmen verlangt, damit die Schweiz als gleichberechtigtes Mitglied an den EU-Programmen "Horizon 2020" und "Erasmus+" teilnehmen kann.

Zu "Erasmus" findet am 3. März ein Treffen aller in der Schweiz betroffenen Partner statt. Dabei soll gemäß Angaben der Universität Lausanne eine gemeinsame Haltung gegenüber den europäischen Universitäten definiert werden und offene Fragen diskutiert werden. (APA, 21.2.2014)

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