Kairo: Prozess gegen 20 Al-Jazeera-Journalisten

20. Februar 2014, 18:07
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Angeklagte im Zusammenhang mit Protesten in Ägypten vor Gericht

Kairo - Kurz nach dem Auftakt des Prozesses gegen 20 Journalisten des arabischen Senders Al-Jazeera hat das Gericht in Kairo das Verfahren auf Anfang März verschoben. Die Zeugen der Anklage würden bei der Anhörung am 5. März gehört, dann beginne auch die Prüfung der Beweise, erklärte das Gericht am Donnerstag. Von den 20 Angeklagten sind acht inhaftiert, alle anderen sind flüchtig oder außer Landes.

Die acht vor Gericht anwesenden Angeklagten plädierten auf nicht schuldig. Angeklagt sind 16 ägyptische und vier ausländische Reporter, die sich dafür verantworten sollen, die verbotene Muslimbruderschaft unterstützt sowie angeblich falsche Berichte über die Proteste in dem Land gesendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den Ägyptern die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor. Zudem sollen sie der "nationalen Einheit und dem sozialen Frieden" geschadet haben. Zwei Briten, einem Australier und einem Niederländer wird vorgeworfen, mit den angeklagten Ägyptern zusammengearbeitet zu haben. Kairo war vom Westen heftig für den Prozess und die Missachtung der Pressefreiheit kritisiert worden.

Die Muslimbruderschaft, aus der auch der im Juli vom Militär gestürzte Staatschef Mohammed Mursi hervorgegangen war, war im Dezember als Terrororganisation eingestuft worden. Seitdem sind die Mitgliedschaft in der Bewegung und sogar der Besitz ihrer Publikationen strafbar. Die ägyptischen Behörden werfen Al-Jazeera vor, einseitig und parteiisch über die Proteste von Anhängern Mursis berichtet zu haben. So seien "falsche Nachrichten" gesendet worden, um den Rest der Welt davon zu überzeugen, dass in Ägypten "Bürgerkrieg" herrsche. (APA, 20.2.2014)

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