Discjockeys mit Rädern unten dran

20. Februar 2014, 17:47
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Fabian Altahona Romero gilt als ausgewiesener Experte in Sachen Picós, die kolumbianische Variante der aus der jamaikanischen Musikkultur bekannten Soundsystems

Um einen sehr pragmatischen, aber auch zutiefst sozialen Zugang zur Musik dreht sich der Freitagabend im Gürtelbogenlokal Fania Live. Am Freitag erstmals in Österreich gastierend, gilt der gebürtige Kolumbianer Fabian Altahona Romero als ausgewiesener Experte in Sachen Picós, die kolumbianische Variante der aus der jamaikanischen Musikkultur bekannten Soundsystems, die sich vor allem im Norden des Landes großer Beliebtheit erfreut.

Mobile Musikanlagen, die mit viel Liebe zum Detail, einem tiefen Griff in den Farbtopf und jeder Menge technischer Improvisationsgabe einen höchst niederschwelligen Zugang zum Partyfeiern bieten.

Traditionell bedienen sie in Kolumbien jene Menschen, denen der Zugang zu den etablierten Tanzklubs verwehrt bleibt. Und deshalb sind die Picós wesentlich mehr als reine Mittel zum Zweck. Sie besitzen eine identitätsstiftende Komponente.

Discjockey und Picó-Botschafter Fabian Altahona Romero ist diesbezüglich Jäger und Sammler. Er dokumentiert die teilweise aberwitzig aussehenden Party-Mobile und ist damit momentan Teil einer umfangreichen Ausstellung im nordrhein-westfälischen Herford.

Als Internet-Blogger gibt er tiefe Einblicke in die Musikkultur seiner Heimat. Im Fania Live ist er heute Abend als DJ im Zeichen dieser absolut heißen Musikware zu hören, wobei dort auch so manches obskure kolumbianische Vinylschmankerl feilgeboten werden wird. (lux, DER STANDARD, 21.2.2014)

Freitag., 21. 2., Fania Live, Lerchenfelder Gürtel, Bogen 22, 1080 Wien, 21.00

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