Start der HPV-Impfung in Wien

20. Februar 2014, 15:57
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Am ersten Wiener Impftag wurde unter anderem das kostenlose Wiener Impfprogramm präsentiert

Wien - Reger Andrang herrschte beim ersten unabhängigen Impftag am Dienstag im Wiener Rathaus. 500 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung, in deren Rahmen das kostenlose Wiener Impfprogramm, der österreichische Impfplan, die Masernaktion des Bundesministeriums, Impfnebenwirkungen und Neues zu reisemedizinischen Impfungen präsentiert wurden.

200 Ärzte aus dem niedergelassenen Bereich führen jährlich rund 200.000 Impfungen durch. Die meisten Impfungen werden noch im Vorschulalter mit rund 150.000 Impfungen bei den Kinderärzten durchgeführt, geimpft wird in Ordinationen, in den öffentlichen Impfstellen und in Wiener Schulen. Das Kinderimpfprogramm umfasst mittlerweile neun Impfungen gegen 13 Krankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder seit vorletztem Jahr auch Meningokokken und Pneumokokken. 

Erweitertes Kinderimpfprogramm

Mit der Aufnahme der HPV-(Humane-Papilloma-Viren-)Impfung im Februar ist das Kinderimpfprogramm erweitert worden. Seit Montag ist der HPV-Impfstoff für neun- bis elfjährige Kinder kostenlos an den Wiener Impfstellen des Kinderimpfprogrammes erhältlich. Im Herbst startet die Impfung für die Neunjährigen in der vierten Schulstufe an Wiener Schulen. Die Impfung wird im Abstand von sechs Monaten zweimal verabreicht.

Zeitgleich findet eine Impfaktion zum vergünstigten Selbstkostenpreis von 50 Euro pro Impfung in den öffentlichen Impfstellen für alle zwölf- bis 14-jährigen Kinder statt. Für Kinder in dieser Altersgruppe sind drei Teilimpfungen im Abstand von zwei und sechs Monaten nach der Erstimpfung vorgesehen. 

Die HPV-Impfung schützt vor den HPV-Typen 16 und 18, die mit etwa 70 Prozent der HPV-assoziierten bösartigen Tumore wie dem Gebärmutterhalskrebs assoziiert sind. Die HPV-Typen 6 und 11 sind in 90 Prozent der Fälle für die Bildung von Genitalwarzen veranwortlich. 

Aktueller Masernausbruch

Noch gibt es keine Entwarnung beim aktuellen Masernausbruch in Niederösterreich und Wien. Experten der Bundesagentur AGES untersuchen die Infektionskette bei mittlerweile 41 Fällen, davon sind elf Fälle aus Wien. Da es sich vorwiegend um junge Erwachsene handelt, gibt es den Impfaufruf zur kostenlosen Masernimpfung bis 45 Jahre. (red, derStandard.at, 20.2.2014)

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