So nicht!

20. Februar 2014, 14:56
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Es gibt gute Gründe für Dresscodes - und gute Gründe, sie zu ignorieren

Meist siegt der Gruppenzwang. Sprich: Jeder oder jede, die in eine neue Arbeitsumgebung eintaucht und dabei unpassend gekleidet ist, wird sein/ihr Auftreten am zweiten Arbeitstag wohl noch einmal überdenken. Außer natürlich, man legt viel Wert darauf aufzufallen, ist in Sachen Kleidung ausgeprägt individualistisch, stil- und typensicher, oder macht sich gern das Leben schwerer als notwendig. Auch gut. Wer sich keiner - auch breiter gefassten - Kleidervorschrift unterordnen möchte, hat in manchen Branchen einfach schlechtere Karten - gegenüber Kollegen, Kunden - und darf dann auch nicht beleidigt in die innere Emigration gehen, wenn man dafür abgelehnt wird. Kleidung in der Arbeitswelt dient in vielen Fällen einfach einem bestimmten Zweck - und dieser spannt einen Bogen von Sicherheit bis hin zu vertrauenerweckend. So einfach ist das. Und als Faustregel gilt immer: Je weiter oben in der Hierarchie, desto formaler der Kleidungsstil. Das gilt ebenso für die sogenannten kreativen Branchen, denen man gerne einen legereren Kleidungsstil unterstellt.

Grundsätzlich aber gilt: Laut Arbeitsrecht hat jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin das Recht, sich in seinem oder ihrem persönlichen Stil zu kleiden, wobei der Arbeitgeber wiederum über ein Weisungsrecht verfügt, wonach dieser über das Erscheinungsbild der Arbeitnehmer bestimmen kann - etwa im Kundenkontaktbereich einer Bank. Unternehmen kommunizieren eben auch über Kleidungsordnungen - und manche übertreiben es mit ihren Anweisungen. Ein Beispiel: UBS mit einem wahrscheinlich mittlerweile weltbekannten mehr als 40 Seiten langen Dresscode. Von der Anzahl der Schmuckstücke - jeweils für Mann und Frau - über die Farbe der Unterwäsche, oder das, was in Sakkotaschen gesteckt werden darf und was nicht, bis hin zu Tuchknöpfen oder typgerechten Frisuren, ist dort ziemlich alles vorgegeben. Eines wird restlos ausgespart: Das Vertrauen an den Hausverstand der Mitarbeiter in Sachen Berufskleidung.

Profis sagen, dass es immer Verbesserungspotenzial in Sachen Auftritt gebe. Sicher nicht immer zu Unrecht: Falsch gewählte Kleidungsstücke, Farben- oder Musterkombinationen stellen, so werden Dresscode-Spezialisten nicht müde zu betonen, die Kompetenzen hintan, lenken vom Eigentlichen ab. Zu enge, zu kurze, zu lange Kleidungsstücke wirken ungewollt slapstickhaft - die Psychologie dahinter fasst etliche Seiten. Bei allen Bekleidungsvorschriften sollte eines nicht ganz vergessen werden: Authentizität.

  • Manche schauen gerne was Kollegen tragen. Andere wiederum pfeifen drauf. Beides ist möglich. Nur was ist besser?
    foto: www.istockphoto.com / gofotograf

    Manche schauen gerne was Kollegen tragen. Andere wiederum pfeifen drauf. Beides ist möglich. Nur was ist besser?

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