Ich und meine Vorzeigekrawatte

20. Februar 2014, 14:38
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Besser over- als underdressed, hieß es früher. Heute zählt Authentizität - auch beim Bewerben. Es geht um die richtigen Signale

Nicht jedes Kostüm macht eine Frau zur Businesslady und nicht jeder Anzug einen Mann zum Businessman. Auch beim Business-Outfit kann daneben gegriffen werden. Durchaus. Selbst wenn die Möglichkeiten, hier Fauxpas zu begehen, eher begrenzt erscheinen - für manche sind sie schier grenzenlos. Ein professionell exerzierter Dresscode macht zwar nicht unbedingt schöner, aber unbedingt seriöser. Allerdings wurde auch schon von Unternehmen berichtet - etwa einem großen Schweizer Bankhaus -, deren Dresscodes mit hunderten Regeln in der öffentlichen Wahrnehmung fast schon ans Unanständige grenzten. Von der Anzahl der zu tragenden Schmuckstücke bis hin zur Beschaffenheit von Unterwäsche für Mann als auch für Frau war ziemlich alles dabei, was man am Leib tragen soll.

Viel ist über die Wirkung des Äußeren auf Arbeitgeber und deren Kompetenz-Zuschreibungen auf (potenzielle) Mitarbeiter geredet und geschrieben worden. Etwa, dass es schöne oder attraktive Menschen leichter im Jobleben hätten, dass man diesen Menschen mehr vertraue oder dass attraktive Menschen dann auch mehr verdienten. Sie seien selbstbewusster und kämen deshalb besser an, kommunizierten freier, wirkten authentischer. Die Welt ist ungerecht. Dennoch kann man einige Meter wettmachen, wenn man kleidungstechnisch kompetent auftritt. Im Notfall sollte dafür ein Dresscode-Spezialist konsultiert werden, der hilft, die fachlichen Kompetenzen, auf die es schließlich ankommt, auch ins rechte Licht zu rücken.

Status und Kompetenz zeigen

Der Business-Look hat zunächst nichts mit dem zu tun, was landläufig unter Mode verstanden wird. Man macht sich die Wahrnehmungspsychologie zunutze und sendet via Kleidung einfach Signale aus - das Ganze ist also strategisch und statusorientiert zu betrachten:

  • Vermeiden Sie grelle Farben. Angesagt ist Gedecktes - von Hellgrau über Dunkelblau bis Schwarz oder Hell- bis Dunkelbraun. Farbliche Akzente können mit Krawatte, Steck- oder Halstuch gesetzt werden. Zu Buntes wird als unseriös wahrgenommen.
  • Hemden oder Blusen sollten Kragen haben. Für Frauen gilt: nicht tief ausgeschnitten. Für Männer gilt Krawatte oder ein bis zum letzten Knopf zugeknöpftes Hemd.
  • Hosen- und Rocklänge: nicht zu kurz und nicht zu lang - beides wirkt unbeholfen und komisch. Eine Handbreit über dem Knie gilt als ideale Rocklänge. Für Herren gilt: Hat die Hose Gürtelschlaufen, gehört dort auch ein Gürtel rein.
  • Schuhwerk: Gedeckte Farben sind am besten. Frauen sollten beim Business-Look darauf verzichten, Zehen zu zeigen - das gilt als tabu. Zu hohe Absätze bewirken oft einen unsicheren Gang. Verzichten Sie lieber darauf.
  • Für Männer wie Frauen gilt: Haare tendenziell aus dem Gesicht. Alles, was ins Gesicht fällt, wirkt unsicher.

Und ansonsten gilt beim Bewerben: Wird schon gutgehen. (Heidi Aichinger, KARRIERENSTANDARDS, 20.02.2014)

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