China geht mit der Brechstange gegen Prostitution vor

Ansichtssache20. Februar 2014, 15:33
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Nach einer TV-Reportage zieht Peking die Zügel an

Ein Bericht im staatlichen Fernsehen über den "Sündenpfuhl" Dongguan im Südosten Chinas hat vergangene Woche Aufsehen im Ministerium für öffentliche Sicherheit erregt. Rasch wurden mehr als 6.500 Polizisten in die Stadt entsandt, um Freier, Zuhälter und Prostituierte aufzugreifen.

Die Strategie wurde seither noch intensiviert. Laut einer ministeriellen Aussendung vom Montag sprengte die Polizei innerhalb einer Woche in mehreren Provinzen 73 Kartelle, die in 2.410 verbotenen Einrichtungen operiert hatten. Unter den mehr als 1.000 Verhafteten waren auch der Vizebürgermeister und sechs hohe Beamte der Stadtverwaltung Dongguans, weil sie - empfänglich für das notwendige Schmiergeld - die illegalen Etablissements walten ließen.

Prostitution ist seit der kommunistischen Revolution im Jahr 1949 in China verboten. Seit den 1980er-Jahren wurde die staatliche Kontrolle nach und nach lockerer, und in diesem Graubereich wuchs in manchen Regionen ein florierender Geschäftszweig heran. Jetzt zieht China die Zügel wieder an. In einem Aufwaschen geht die Staatsgewalt dabei in Razzien auch gegen andere unerwünschte gesellschaftliche Phänomene wie Glücksspiel und Drogenmissbrauch vor. (red, derStandard.at, 20.2.2014)

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