Software ordnet Bilder nach künstlerischen Aspekten

22. Februar 2014, 13:27
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Forscher stellen Algorithmus vor, der anhand von nur wenigen Beispielbildern Ordnung ins Foto-Chaos bringt

Beim Sortieren von Bildern nach visuellen Merkmalen tun sich Programme noch reichlich schwer. Dies könnte sich nun ändern: Deutsche Forscher haben ein System entwickelt, dem bereits eine geringe Anzahl an platzierten Beispielbildern genügt, um die gewünschte Systematik zu erkennen und vorzunehmen. Betreiber von Online-Portalen oder Museen könnten diese Technik nutzen, um komplexe Datensätze zu ordnen.

Wenn ein Naturfotograf etwa Bilder diverser Schmetterlinge systematisch nach Farbe oder Größe für einen Bildband anordnen will, braucht er viel Zeit dafür: Per Hand muss er die einzelnen Abbildungen der Tiere auf dem Computer in die gewünschte Reihenfolge bringen. Eine passende Software, die Bilder schnell und automatisch nach bestimmten Kriterien gleichmäßig anordnet, gab es bislang nicht.

Vielseitiger Algorithmus

Wissenschafter des Saarbrücker Max-Planck-Instituts für Informatik um Tobias Ritschel haben nun ein Verfahren vorgestellt, das ein schnelles Sortieren vieler Bilder ermöglicht. Ein Algorithmus ordnet sie dazu mithilfe bestimmter visueller Merkmale wie Größe oder Helligkeit. Er verteilt die Bilder hierbei gleichmäßig über die freie Fläche auf dem Bildschirm, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. "Das Besondere ist, dass unser Programm erkennt, was der Nutzer möchte", erklärt Ritschel. "Er muss nur mindestens drei Bilder mit der Maus an bestimmte Plätze ziehen. Das Programm errechnet daraufhin die gewünschte Sortierung und ordnet die Bilder entsprechend an."

Nicht nur Bildredakteure oder Fotografen, sondern auch Onlineshops bietet diese Software neue Möglichkeiten. "Zum einen könnten Betreiber solcher Shops ihre Produkte platzsparend und optisch ansprechender als bislang präsentieren", sagt Bernhard Reinert, der das Verfahren federführend entwickelt hat. "Zum anderen ist unser Programm sehr flexibel, sodass Web-Designer ihre Seiten leicht für verschiedene Endgeräte wie Computer oder Smartphones erstellen können." Darüber hinaus könnten Museen dieses Angebot für ihre Ausstellungen nutzen, damit Kinder beispielsweise spielerisch Bilder zu Münzen, Gesteinen oder Tieren ordnen können.

Die Informatiker um Reinert sind bereits mit ersten Interessenten für ihr Verfahren im Gespräch. In den kommenden Monaten wollen sie ihre Technik soweit verbessern, dass die Software auch Bilder im dreidimensionalen Raum anordnen kann. (red, derStandard.at, 22.2.2014)


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ACM Transactions on Graphics: Interactive By-example Design of Artistic Packing Layouts - mit Video

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