Beinverlängerung durch Marknagel und Magnetspule

20. Februar 2014, 10:37
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Beinlängendifferenzen lassen sich mit Hilfe implantierbarer Marknägel ausgleichen

Kirchdorf - Im Landes-Krankenhaus Kirchdorf/OÖ wurde erstmalig ein magnetisch verlängerbarer Marknagel erfolgreich zur Beinverlängerung verwendet.

Die Patientin erlitt vor sechs Jahren einen schweren Verkehrsunfall. Neben vielen anderen Verletzungen, hatte sie auch  eine komplizierte offene Fraktur des Oberschenkels, die mit einer deutlichen Verkürzung des Beines abgeheilt war.

Um das Längendefizit auszugleichen wurde der Patientin im Herbst 2013 ein ein magnetisch verlängerbarer Marknagel in den Oberschenkel implantiert. Mit Hilfe einer externen Magnetspule wurde der Knochen seither um täglich maximal einen Millimeter gestreckt und dem anderen Bein angepasst.

Über 2,5 Zentimeter

Der Marknagel kommt bei Beinlängenverkürzungen über 2,5 cm zum Einsatz. Patienten mit Beinlängendefiziten unter 2,5 cm werden mit ausgleichenden Einlagen und Spezialschuhen behandelt. Bleiben größere Differenzen bestehen, ergeben sich über die Jahre Probleme und Schmerzen aufgrund von Beckenschiefstellung oder Wirbelsäulenverkrümmung.

Als operative Methode wurden in solchen Fällen bis dato Metallstäbe in den Knochen eingesetzt, welche die Haut durchbohren und durch eine äußere Ringfixierung gehalten werden. Die Verlängerung wird von außen über Gewinde
gesteuert. "Dabei bestand immer eine erhöhte Infektionsgefahr durch die Metallstäbe. Zudem ist diese Variante im Alltag sehr unpraktisch und für viele Menschen ästhetisch ein Problem", so Manfred Stock, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie im LKH Kirchdorf.

 

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