Dauer der Krankenstände sinkt langfristig

20. Februar 2014, 09:04
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Mehr psychische Erkrankungen laut Fehlzeitenreport 2012

Wien - Die Dauer der Krankenstände von Österreichs unselbstständig Beschäftigten sinkt langfristig. Das geht aus dem erst jetzt veröffentlichten Fehlzeitenreport für das Jahr 2012 hervor. Auf jeden Arbeiter oder Angestellten entfielen im Schnitt 12,8 Krankenstandstage, 2011 waren es 13,2. Das entspricht einer Krankenstandsquote von 3,5 Prozent der Jahresarbeitstage (2011: 3,6 Prozent).

Langfristig gesehen sei das Krankenstandsniveau derzeit vergleichsweise niedrig, heißt es aus dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Die krankheitsbedingten Fehlzeiten hielten 1980 bei 17,4 Krankenstandstagen pro Kopf. Die Krankenstandsquote lag bei 4,8 Prozent. In den Jahren 1990 und 2000 waren die Beschäftigten durchschnittlich 15,2 Tage beziehungsweise 14,4 Tage krankgeschrieben.

Mehr psychische Erkrankungen

Der Report zeigt aber auch einen deutlichen Anstieg der psychischen Erkrankungen: Mit einer durchschnittlichen Dauer von 39,1 Tagen pro Krankheitsfall werden die anderen Krankheitsgruppen deutlich übertroffen. Die Arbeiterkammer sieht laut ORF-Morgenjournal dringenden Handlungsbedarf: Denn auch der Anteil der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen wegen psychischer Erkrankungen beträgt mittlerweile 32 Prozent. Zum Vergleich: 1995 waren es nur 11 Prozent. Bei den unter 50-jährigen waren es schon 55 Prozent, die aufgrund psychischer Erkrankungen im Jahr 2012 in Pension gingen. Die Arbeiterkammer hält folglich betriebliche Gesundheitsförderung und die Schaffung altersgerechter Arbeitsplätze für unverzichtbar, um ältere Arbeitnehmer so lange wie möglich gesund am Arbeitsplatz zu halten.

Kürzer krank

Fortgesetzt hat sich laut Sozialversicherung der langjährige Trend zu einer Verkürzung der Dauer der Krankenstandsfälle. Kurzkrankenstände stellen nunmehr knapp 37 Prozent aller erfassten Krankenstandsfälle dar.

Der Rückgang der durchschnittlichen Dauer sei auch die Folge einer Verschiebung bei Krankenstandsursachen, hieß es: Der Anteil der Atemwegserkrankungen am Krankenstandsgeschehen, die typischerweise einen kurzen Verlauf haben, hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen. 2012 war jeder fünfte Krankenstandstag auf Atemwegserkrankungen zurückzuführen. Der Anteil der Verletzungen an den Krankenständen nimmt weiter deutlich ab. 2012 lag die Unfallquote bei 351 je 10.000 Versicherte. 2011 waren es 365 je 10.000 Versicherte.(red, 20.02.2014)

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