Überträger: Kranke Honigbienen dürften Hummeln infizieren

19. Februar 2014, 20:06
11 Postings

Pathogene springen vermutlich von domestizierten Bienen auf Hummeln und Wildbienen über, berichten Forscher aktuell in "Nature"

London - Nicht nur domestizierte Honigbienen sind von dem teilweise drastischen Schwund der letzten Jahre betroffen: Auch die Zahl wildlebender Blütenbestäuber geht weltweit kontinuierlich zurück. Neben hochgiftigen Insektiziden sind es vor allem Viren- und Pilzinfektionen, die den Insekten zu schaffen machen.

Forscher der University of London haben nun in Laborexperimenten und Freilandbeobachtungen Hinweise darauf gefunden, dass viele dieser Pathogene von domestizierten Bienen auf Hummeln und Wildbienen überspringen. Im Labor fanden die Forscher heraus, dass zwei Erreger von Bienenkrankheiten - das Deformed Wing Virus (DWV) und die parasitäre Mikrosporidia Nosema Ceranae - auch Hummeln befallen können. 

Infektionen in freier Wildbahn

Umfangreiche Feldstudien in zahlreichen Regionen Großbritanniens belegten das Ergebnis: Beide Pathogene waren nicht nur unter Bienenvölkern weit verbreitet, sie betrafen auch Hummelpopulationen. Es sei durch die gesammelten Daten zwar noch nicht hinreichend nachweisbar, dass die Hummeln in freier Wildbahn von Honigbienen angesteckt wurden, schreiben die Forscher aktuell im Fachjournal "Nature".

Analysen der genetischen Variationen des Deformed Wing Virus in erkrankten Honigbienen unterschiedlicher Regionen lassen aber befürchten, dass diese die Hauptquelle für die Übertragung auf Hummeln und andere Pollensammler darstellen. (red, derStandard.at, 19.2.2014)

  • Die Zahl wildlebender Blütenbestäuber geht weltweit kontinuierlich zurück.
    foto: reuters

    Die Zahl wildlebender Blütenbestäuber geht weltweit kontinuierlich zurück.

Share if you care.