Hochwasser-Prognosen für Oberösterreich waren genau, aber zeitlich falsch

19. Februar 2014, 19:27
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Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen haben bereits begonnen

Linz - Die Prognosen im Zusammenhang mit dem Hochwasser 2013 in Oberösterreich waren im Ausmaß genau, aber zeitlich daneben. Das ist das Ergebnis einer Überprüfung durch die Technische Universität Wien. Der zuständige Landesrat Rudi Anschober (Grüne), der sie in Auftrag gegeben hatte, und Günter Blöschl vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie präsentierten es am Mittwoch in Linz.

Demnach wurde die Höhe des Hochwassers sehr präzise vorhergesagt - mit einer Genauigkeit von sieben Zentimetern beim Pegel Linz. Bei der Prognose, wann der Scheitel erreicht werde, gab es jedoch Schwächen. Er wurde anfangs für 24 Stunden früher angekündigt als er tatsächlich eintraf. Die Ursachen: Die Einflüsse der Vegetation, der Landnutzung, der Verbauung und des Flussprofils waren nicht so exakt abzuschätzen. Es hätten die Erfahrungen für dieses extreme und ungewöhnliche 300-jährliche Hochwasser gefehlt. Zudem sei die Wetterprognose ungenau gewesen. Die Vorhersagen seien aber auf dem Stand der Technik, Unter- oder Überschätzungen daher immer möglich.

Verbesserungsmöglichkeiten

Dennoch gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, mit deren Umsetzung laut Anschober und Gerald Lindner vom Hydrographischen Dienst des Landes zum Teil schon begonnen wurde. Künftig werden unter anderem zwei zusätzliche Pegelstände an der Donau zwischen Achleiten und Linz veröffentlicht: Engelhartszell und Wilhering. In Oberösterreich gibt es dann insgesamt sechs Pegelstände. Wasserstandsvorhersagen werden für einen weiteren Ort an der Donau erstellt: Achleiten. Die Frist der Prognosen wird von 24 auf 48 Stunden ausgedehnt und bei deren Veröffentlichung auf die damit verbundene Unsicherheit hingewiesen. Weiters soll die Präsentation im Internet verbessert werden, auch an eine Version für Smartphones ist gedacht.

Die Vorsitzende des Unterausschusses für Hochwasserschutz und Zweite Landtagspräsidentin Gerda Weichsler-Hauer sieht sich durch den Endbericht der TU Wien in den Forderungen der SPÖ bestätigt. Sie tritt unter anderem für eine Verbesserung der Kommunikation im Ernstfall zwischen Landeszentrale und den Verantwortlichen vor Ort ein. (APA, 19.2.2014)

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