"Bei den Ösis weiß man nie"

19. Februar 2014, 18:57
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Hypo-Investoren im Chat über Chancen und Risiken

Wien - Hält sie, die Kärntner Haftung? Springt die Republik ein, oder werden Gläubiger doch zur Kasse gebeten? Diese Fragen sind derzeit ein Hotspot unter Investoren. Einige diskutieren über das Thema auf Profi-Plattformen, wie beispielsweise bondboard.de. Dass die Hypo-Anleihekurse in Richtung 90 Punkte abgetaucht sind, lässt bei einigen Bond-Inhabern die Alarmglocken schrillen.

"Offenbar macht sich der Markt zunehmend Sorgen um die Haftung des Landes Kärnten", schreibt ein Akteur, der sich als "Fondsmanager" tituliert. Im Notfall könnte der Rechtsweg recht mühsam werden. Erst müssten in einer Insolvenz die Forderungen bei der Hypo angemeldet werden, dann die Differenz aus der Quote der Bank und dem eingesetzten Kapital von Kärnten beansprucht werden. Das kann dauern, "Gläubiger müssen auf die Abwicklung der Insolvenz warten", warnt "Jasper". Das findet aber auch nicht jedermann problematisch. Die vier Prozent Verzugszinsen lägen immerhin über den gängigen Renditen, meint ein Poster. Ein anderer setzt die Verzugszinsen mit fünf Prozent an, so stehe es nämlich im Anleiheprospekt.

Munter spekuliert wird derzeit auf den unterschiedlichen Risikogehalt einzelner Anleihen. Eine Schuldverschreibung reift heuer am 17. März ab. Da die Regierung erst bis Quartalsende eine Entscheidung über die weitere Vorgangsweise bei der Hypo anpeilt, gilt sie als risikolos. Was sich auch im Kurs niederschlägt: Sie notiert konstant bei 98,5 Punkten, blieb also vom Absturz bei den länger laufenden Anleihen verschont.

Andere Auskenner lassen generell die Finger von der Hypo. Weniger wegen des Risikos, sondern wegen der ihrer Ansicht nach zu niedrigen Renditen. Interessant wird es erst, wenn es zweistellig wird, hält ein User fest. Davon sind einige Bonds nicht mehr weit entfernt. Die in Schweizer Franken gehandelte Anleihe, die im August 2015 fällig wird, ist auf 92 Punkte gefallen, womit die Rendite laut "Anleihentrader" schon bei neun Prozent liegt.

Er meint dennoch: Finger weg von dem Papier, weil nach dem Verkauf der Balkan-Töchter im Juni mit einem Haircut zu rechnen sei. Das hält auch ein anderer Teilnehmer zumindest nicht für ausgeschlossen: "Bei den Ösis weiß man nie." (as, DER STANDARD, 20.2.2014)

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