Jahr der Börsengänge zeichnet sich ab

19. Februar 2014, 18:29
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Dealogic-Daten: 2014 auf dem Weg zum besten Start ins Börsenjahr seit 2007

New York/London - Das Börsenjahr hat turbulent mit einer Krise in den Schwellenländern begonnen. Doch bei den Börsengängen (IPOs) trauen sich so viele Unternehmen wie schon lange nicht mehr auf das Börsenparkett. Wenn die zuletzt angekündigten IPOs wie von den Unternehmen angestrebt über die Bühne gehen, wäre das der stärkste Jahresauftakt seit 2007, zeigen Daten von Dealogic, die dem Standard vorliegen. Damals sind knapp 15 Milliarden Dollar im ersten Quartal mit Börsengängen erlöst worden.

Zuletzt hat der dänische Dienstleistungsriese ISS World Anlauf an die Kopenhagener Börse genommen. Der Börsengang soll dem Unternehmen, das unter anderem Putz- und Wachdienste sowie Schulküchen betreibt, mindestens acht Mrd. dänische Kronen (1,1 Mrd. Euro) einbringen. Am Mittwoch kündigte die britische Tierhandlungskette Pets at Home ein Listing in London an. Das Unternehmen könnte dabei mit knapp zwei Milliarden Euro bewertet sein. Die zuletzt gestiegene Konsumlaune der Briten soll auch Pets at Home unterstützen. Bei beiden Deals wollen übrigens Finanzinvestoren Kasse machen (Private-Equity-Investor KKR bei Pets at Home; Fonds von EQT und Goldman Sachs bei ISS). Sie nutzen die gut gelaufenen Aktienmärkte der vergangenen Monate, um sich von einzelnen Positionen gewinnbringend zu trennen.

Banken auf Kapitalsuche

Gerade im Telekom- und IT-Sektor war die Dynamik zuletzt sehr hoch. So drängt etwa die Firma hinter dem populären Smartphone-Spiel "Candy Crush" an die Börse. Die App, bei der man virtuelle Süßigkeiten in bestimmten Kombinationen vom Bildschirm räumen muss, hat rund 93 Millionen Nutzer pro Tag. Tatsächlich fehlt es auch nicht an Gerüchten um weitere Börsengänge im IT- und Internetbereich. So werden dem Online-Händler Zalando und zuletzt auch dem Online-Musikdienst Spotify Börsenambitionen nachgesagt.

In Europa dominierten zuletzt aber deutlich ältere Geschäftsmodelle den Emissionsboom an den Aktienmärkten. Großbanken haben als vorauseilende Kapitalbeschaffung vor dem anstehenden Bilanztest der Europäischen Zentralbank frische Aktien begeben. Dazu zählte in Österreich die Osteuropabank Raiffeisen Bank International, auch spanische, italienische und deutsche Institute nutzten die gute Stimmung in den vergangenen Monaten. (sulu, DER STANDARD, 20.2.2014)

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