Der Fall Gurlitt als Anstoß für ein "Sammlermuseum"

19. Februar 2014, 18:21
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Idee stößt auf großes Interesse

Wien - Die 60 bedeutendsten Exponate der Sammlung Cornelius Gurlitt befinden sich, wie erst unlängst bekannt wurde, in Österreich - und sollen auch hier bleiben. Die beim Auffliegen der Münchner Beschlagnahmeaffäre aufgetauchte Idee eines "Sammlermuseums" für Österreich stößt allseits auf großes Interesse.

Voraussetzung sei die Klärung aller Provenienzen der von Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt hinterlassenen Werke. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) wird im neuen News zustimmend zitiert: "Ich halte das für eine äußerst interessante Idee." Und Kunstminister Josef Ostermayer (SPÖ): "Wenn alle Provenienzen und die Echtheit der Exponate geklärt sind, bin ich dafür, die Sammlung zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen."

Tauschoptionen

Sammlerin Elisabeth Leopold vom Wiener Leopold-Museum spricht sogar eine Einladung aus: "Voraussetzung ist, dass jede Provenienz ohne den Schatten eines Zweifels geklärt wird. Dann können wir gern Raum für die Gurlitt-Sammlung zur Verfügung stellen. Es ginge sich schon aus. An guter Kunst sind wir immer interessiert." Man wäre auch nicht mittellos, ginge es um Ankäufe in realistischer Höhe. "Auf dem Tauschweg könnten wir nach und nach zusammenkommen."

Allein das in Gurlitts Eigentum befindliche Brückenbild von Monet wird von Auktionator Otto Hans Ressler auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt. Weitere mehr als 1000 Bilder der Sammlung befinden sich in Deutschland. (red, DER STANDARD, 20.2.2014)

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