RHI will außerhalb Europas expandieren

19. Februar 2014, 15:38
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Wien - Der börsennotierte Feuerfestproduktekonzern RHI ortet in den kommenden Jahren vor allem außerhalb Europas kräftiges Wachstum. "2020 wird der Umsatzanteil bei 70 Prozent liegen, derzeit sind es 57 Prozent", sagte RHI-Chef Franz Struzl laut Online-Ausgabe des Monatsmagazins "trend". Impulse sollen vor allem aus China und Indien kommen.

Allein in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) erzielte der Konzern derzeit Verkaufserlöse in Höhe von 300 Mio. Euro - das ist ein Sechstel des Gesamtumsatzes (1,8 Mrd. Euro). "Darauf werden wir nicht verzichten, sondern - im Gegenteil - zulegen."

Aufregende Märkte

Die "Nummer eins" unter den BRIC-Ländern sei China, wo die RHI vier Fabriken hat. Dahinter folge Indien, "für uns einer der aufregendsten Märkte zur Zeit", so Struzl. Die Infrastrukturmaßnahmen seien gigantisch. "Wir haben dort vor einem Jahr eine zweite Fabrik gekauft, die bereits jetzt außergewöhnliche Umsätze und Ergebnisse liefert."

Brasilien, wo die RHI ein Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 150 Mio. Euro auf Eis gelegt hat, und Russland hinkten hinterher. In Russland sei aufgrund legistischer Probleme der meiste Sand im Getriebe. "Aber unverzichtbar sind für uns alle diese Märkte."

Mehr Macht für den Kommissar

Für die europäische Konjunktur ist Struzl wenig euphorisch: "Ich sehe den großen Wachstumsschub insbesondere für Europa nicht, auch 2014 wird kein Spitzenjahr, aber sicher etwas besser als 2013 - von Vollbeschäftigung und Hochkonjunktur sind wir aber noch weit entfernt." Zudem müsse die "Industriegesinnung" gestärkt werden. "Der Industriekommissar hat in der Europäischen Union im Vergleich zum Umweltkommissar viel zu wenig zu reden, und ich spreche da aus eigener Erfahrung", kritisiert der RHI-Chef.

Die Probleme mit dem neuen Schmelzwerk in Norwegen, die das RHI-Ergebnis 2014 bekanntlich um bis zu 20 Mio. Euro drücken werden, seien "sehr groß". Seine Vorgänger hätten beschlossen, eine Fabrik zu bauen, "der man Wirtschaftlichkeitsberechnungen zugrunde gelegt hat, die unrealistisch sind", so Struzl. "Aber wir werden das in den Griff kriegen." (APA, 19.2.2014)

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