Smartguns: Die "iPhones unter den Pistolen"

19. Februar 2014, 14:47
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Smarte Gewehre sollen missbräuchliche Verwendung von Waffen verhindern, etwa per Fingerabdruck zur Identifizierung

Pistolen könnten künftig mit einer dazugehörigen Uhr ausgeliefert werden: Diese dient nicht nur als Accessoire, sondern soll die Waffe vielmehr mittels eingebautem "Chip“ entsperren. Wer die passende Uhr nicht trägt, kann nicht schießen. So soll verhindert werden, dass Schusswaffen in die Hände Unbefugter, z.B. Kinder, gelangen. Abgeordnetenhäuser mehrerer US-Bundesstaaten planen nun, den Zugang zu Waffen ausschließlich auf solche "smartguns“ zu reduzieren.

"Ein Mark Zuckerberg der Schusswaffen“

Mark Conway, ein erfahrener Silicon Valley-Investor, ist auf der Suche nach dem "iPhone“ unter den Pistolen. Er hat einen mit einer Million Dollar dotierten Preis ausgeschrieben, mit dem die beste Smartgun-Erfindung belohnt werden soll. "Ein Entrepeneur, der in diesem Bereich einen Durchbruch schafft, könnte der Mark Zuckerberg der Schusswaffen werden", so Conway, der einen milliardenschweren Markt für Smartguns erwartet.

Vielzahl an Entsperrmöglichkeiten

Mittlerweile sind eine Vielzahl an unterschiedlichen Zugängen in Entwicklung. Neben der bereits erwähnten Kombination aus Armbanduhr und Chip gibt es etwa Anti-Diebstahl-Tags, Sensoren, RFID-Ringe oder Fingerabdruck-Scans. "Wir brauchen das iPhone der Pistolen“, so Conway in Analogie auf das Entsperren des Smartphones per Fingerabdruck.

NRA strikt gegen Smartguns

Nicht alle sind so begeistert wie Conway. Die National Rifle Association (NRA), eine der gewichtigsten Lobbyisten in Washington, lehnt Smartguns ab. Sie befürchten, so die Washington Post, dass die Entsperrung im entscheidenden Moment versagt. Gegner des freien Schusswaffenverkaufs befürchten wiederum, dass Pistolen durch ihre Smart-Features einen Popularitätsschub genießen könnten. Außerdem wären die Smartguns nur ein Tropfen auf dem heißen Stein der 300 Millionen regulärer Schusswaffen, die momentan in Umlauf sind. (fsc, derStandard.at, 19.2.2014)

  • Nur mit dazugehöriger Uhr samt RFID-Chip lässt sich die Smartgun der Firma Armatix betätigen
    foto: pressefoto/armatix

    Nur mit dazugehöriger Uhr samt RFID-Chip lässt sich die Smartgun der Firma Armatix betätigen

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