Strafe für Telekom-Firmen wegen Verzögerung bei Anbieterwechsel

19. Februar 2014, 14:11
posten

1&1, Vodafone und O2 sollen jeweils 75.000 Euro zahlen

Die deutsche Bundesnetzagentur hat gegen drei Anbieter von Festnetz- und DSL-Anschlüssen Strafen verhängt, weil sie Kunden bei einem Wechsel zu lange warten ließen. 1&1, Vodafone und O2 sollen jeweils 75.000 Euro Strafe bezahlen, wie Reuters am Mittwoch von mehreren mit dem Fall vertrauten Personen erfuhr. Vodafone und O2 bestätigten die Bußgeldbescheide, 1&1 war zunächst nicht erreichbar. Gegen den Marktführer Deutsche Telekom hat die Behörde bisher keine Strafe verhängt, jedoch ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Pflichten verletzt

Die Anbieter hätten wiederholt ihre gesetzlichen Pflichten beim Anbieterwechsel verletzt. "Verbraucher waren so längeren Versorgungsunterbrechungen und den damit verbundenen Belastungen ausgesetzt", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Hamann. "Dies ist ein Zustand, den wir nicht akzeptieren."

Eine Sprecherin des O2-Mutterkonzerns Telefonica sagte, die Verstöße lägen ein Jahr zurück. "Wir haben in der Zwischenzeit viel unternommen, um die Prozesse zu beschleunigen." Ob Telefonica gegen den Bescheid Einspruch einlegt, wollte die Sprecherin nicht sagen. Ein Vodafone-Sprecher sagte, dass es sich um Einzelfälle handle. Das Unternehmen prüfe derzeit einen möglichen Einspruch.

Kritik

Die Deutsche Telekom kritisierte das Verfahren der Bundesnetzagentur: "Jährlich gibt es in Deutschland mehr als drei Millionen Anbieterwechsel in Mobilfunk und Festnetz, die allermeisten laufen ohne Probleme", erklärte ein Sprecher. Die Telekom arbeite mit ihren Wettbewerbern daran, Anbieterwechsel zu beschleunigen. "Daher können wir den Schritt der Bundesnetzagentur nicht nachvollziehen."

Wechselt ein Verbraucher seinen Festnetz- oder DSL-Anbieter, dürfen ihn die Unternehmen laut Bundesnetzagentur nicht länger als einen Kalendertag vom Netz abhängen. Wartet ein Kunde länger, etwa weil ein Techniker nicht rechtzeitig kommt, muss ihn demnach sein alter Anbieter weiter versorgen. Von Mai 2012 bis August 2013 erhielt die Bonner Behörde nach Angaben eines Sprechers 20.000 Beschwerden, weil der Anbieterwechsel nicht reibungslos abgelaufen sei. 70 Prozent dieser Beschwerden seien auf die vier Unternehmen entfallen. (APA/Reuters, 19.2.2014)

Share if you care.