FPÖ will Facultas-Vorstand wegen Untreue anzeigen

19. Februar 2014, 13:09
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Verlagschef kann sich Anzeige nicht erklären: "Gehalt wird äußerst sensibel angeschaut"

FPÖ-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck hat am Mittwoch bei einer Pressekonferenz angekündigt, den Facultas-Alleinvorstand Thomas Stauffer wegen Untreue anzuzeigen. Als Grund wird ein "weit überhöhtes Gehalt" des Chefs des Verlags der Hochschülerschaften (ÖH) der Uni Wien und der Wirtschaftsuni (WU) angegeben. Stauffer selbst zeigte sich gegenüber der APA verwundert über Karlsböcks Ansage.

Er könne sich keinen Grund für eine Anzeige erklären. "Mein Gehalt wird äußerst sensibel angeschaut", betonte Stauffer und verwies darauf, dass Facultas als Aktiengesellschaft nicht nur jedes Jahr strenge Abschlussprüfungen durchführen lassen müsse, sondern auch der Prüfung durch den Rechnungshof und der Kontrollkommission im Wissenschaftsministerium unterliege. "Es ist vielleicht politisch relevant, dass die ÖH Eigentümer ist, aber rechtlich ist Facultas eine AG", verwies er auf zahlreiche Kontrollmechanismen.

Gewinnbeteiligung und Nachzahlung

Laut einem "Profil"-Bericht kam Stauffer 2012 auf ein Bruttoeinkommen von 458.000 Euro, wobei dies neben Grundgehalt und Gewinnbeteiligung auch eine Nachzahlung aus 2011 beinhaltet. ÖH Uni Wien und WU hatten sich daraufhin überrascht gezeigt und den Bezug für überhöht erklärt. Die aus einem in den 70er-Jahren gegründeten Studenten-Copyshop hervorgegangene Facultas AG umfasst mehrere Verlage, Zeitschriften sowie Buchhandlungen und Kopierstandorte. Stauffer führt Facultas seit 1989, seit damals ist das Eigenkapital seinen Angaben nach von einer Million Schilling auf zehn Millionen Euro und der Umsatz von 28 Millionen Schilling auf 35 Millionen Euro gestiegen. (APA, 19.2.2014)

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