Im Stachel des Skorpions: Neue Aufnahme des Sternhaufens Messier 7

20. Februar 2014, 11:00
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MPG/ESO-2,2-m-Teleskop der ESO zeigt eine bemerkenswerte Aufnahme des Sternhaufens

Garching - Eine neue Aufnahme vom La Silla-Observatorium der ESO in Chile zeigt den hellen Sternhaufen Messier 7, der schon mit dem bloßen Auge nahe dem Stachel im Sternbild Skorpion leicht zu erkennen ist. Messier 7 ist einer der auffälligsten offenen Sternhaufen am Nachthimmel, was ihn zu einem wichtigen Forschungsobjekt in der Astronomie macht.

Auch unter der Bezeichnung NGC 6475 bekannt, besteht Messier 7 aus 80-100 Sternen in einer Entfernung von etwa 980 Lichtjahren von der Erde. In der neuen Aufnahme des Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop zeichnet er sich vor dem Hintergrund hunderttausender schwächer leuchtender Sterne ab.

Mit etwa 200 Millionen Jahren ist Messier 7 ein typischer offener Sternhaufen mittleren Alters, der sich etwa 25 Lichtjahre weit über den Himmel erstreckt. Als offene Sternhaufen werden Ansammlungen von zwanzig bis zu einigen tausend Sternen bezeichnet, die sich aus derselben Riesen-Molekülwolke bildeten. Diese Sterngruppen sind für die Erforschung der Struktur und Entwicklung von Sternen von großem Interesse, da die Sterne darin alle etwa gleich alt sind und dieselbe chemische Zusammensetzung aufweisen. 

Uneinheitlicher Hintergrund

Ein interessantes Merkmal des neuen Bildes ist, dass der Hintergrund, obwohl von Sternen dicht besiedelt, nicht einheitlich ist und deutlich von Staub durchzogen scheint: Aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine zufällige Anordnung des Sternhaufens und der Staubwolken. Dennoch wäre es verlockend darüber zu spekulieren, ob die dunklen Fetzen eventuell Überreste jener Wolke sein könnten, aus der Messier 7 einst entstand. Allerdings hat die Milchstraße während der Lebenszeit dieses Sternhaufens schon beinahe eine ganze Rotation um die eigene Achse vollbracht und dabei Sterne und Staub in hohem Maße umgeordnet. Das Gas und der Staub, aus dem Messier 7 entstanden ist, und der Sternhaufen selbst dürften daher schon vor langer Zeit getrennte Wege gegangen sein.

Erstmals erwähnt wurde Messier 7 bereits im Jahr 130 u. Z.  - von dem Mathematiker und Astronomen Claudius Ptolemäus. Er beschrieb ihn als einen "Nebel dem Stachel des Skorpions folgend". Eine erstaunlich gute Beschreibung, wenn man bedenkt, dass der Sternhaufen mit dem bloßen Auge gesehen als ein diffuser heller Fleck auf dem hellen Hintergrund der Milchstraße erscheint. Im Jahr 1764 hielt Charles Messier den Sternhaufen als siebten Eintrag in seinem Messier-Katalog fest. Im 19. Jahrhundert beschrieb John Herschel das Erscheinungsbild des Objekts im Teleskop als einen "grob verteilten Haufen von Sternen" – und brachte es damit perfekt auf den Punkt. (red, derStandard.at, 19.2.2014)

  • Der Sternhaufen Messier 7, auch bekannt als NGC 6475, ist von der Erde aus mit bloßem Auge erkennbar. Spektakulärer ist allerdings diese Aufnahme.
    foto: eso

    Der Sternhaufen Messier 7, auch bekannt als NGC 6475, ist von der Erde aus mit bloßem Auge erkennbar. Spektakulärer ist allerdings diese Aufnahme.

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