Rechtswissenschaften könnten beschränkt werden

19. Februar 2014, 12:12
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Auch bei einigen Sprachstudien Aufnahmeverfahren möglich

Wien - Der mit einer Beschränkung von Studienplätzen verbundene Testlauf zur Studienplatzfinanzierung könnte auf die Rechtswissenschaften ausgedehnt werden. Das kündigte Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Dienstagabend vor Journalisten an. Möglich wäre auch die Einbeziehung einiger Sprachstudien. Details müssten aber mit der SPÖ noch verhandelt werden.

Derzeit fünf Testläufer

Derzeit sind die fünf Studienfelder Architektur, Biologie, Informatik, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften vom Testlauf umfasst. Dafür wurde in jedem Studienfeld gesetzlich eine Platzzahl festgelegt, die dann wiederum durch Verträge zwischen Uni und Ministerium auf die einzelnen Unis und Fächer aufgeteilt wurde. Wer ein Studium in den betroffenen Fächern aufnehmen will, muss sich dafür einem Aufnahmeverfahren unterziehen. Bei mehr Anmeldungen als Plätzen gibt es eine Aufnahmeprüfung. Die Platzzahl orientiert sich dabei an den Anfänger-Zahlen der vergangenen Jahre.

Mitterlehner begründete eine Ausweitung auch mit den bisherigen Erfahrungen. Wenn am Anfang des Studiums eine Eignungsprüfung stehe, finde schon bei der Anmeldung eine bestimmte Selektion statt. Die Studenten würden sich im Vorfeld klarer damit auseinandersetzen, welche Fächer sie tatsächlich studieren wollen: "Wer klarere Information hat, trifft seine Entscheidung auch anders." So habe es etwa im Studienjahr 2012/13 an den Pharmazie-Standorten in Wien, Graz und Innsbruck insgesamt 1.400 Studienanfänger gegeben. Für die Testteilnahme registriert hätten sich dann 1.500 Personen, zum Test selbst erschien gerade die Hälfte - am Schluss inskribierten sich nicht einmal 700 Personen.

Das Thema Studiengebühren will Mitterlehner von sich aus vorerst nicht aufgreifen. "Das ist mit der SPÖ verhandelt worden, und es hat keine Lösung gegeben." Es mache auch keinen Sinn, die Unis mit Aussagen dazu zu verunsichern, so der Minister auf eine entsprechende Frage: "Wenn sich am Umfeld etwas ändert und Sie Signale dafür sehen - ich habe sie noch nicht gesehen."

Anderer Wahlmodus

Pläne für Änderungen gibt es dagegen für die Hochschülerschaftswahlen und die Studienförderung. Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) drängt seit Jahren auf eine Rückkehr zur Direktwahl der bundesweiten Studentenvertretung. Hier habe man angeregt, dass die großen wahlwerbenden Gruppen zunächst einen Vorschlag dazu erstellen - dieser könnte dann schon bei der nächsten ÖH-Wahl 2015 in Kraft sein, so Mitterlehner. Das Ministerium selbst habe dabei vorgeschlagen, auch eine Ermöglichung der Briefwahl zu überprüfen, hier gebe es aber Probleme im organisatorischen Bereich.

Auf jeden Fall Anpassungen gibt es bei der 2008 letztmalig erhöhten Studienförderung. Da es Änderungen bei der Familienbeihilfe gibt, müsse auch das Studienförderungsgesetz entsprechend adaptiert werden. Überdenken will Mitterlehner außerdem die Altersgrenze von 30 Jahren beim Selbsterhalterstipendium. Am Tisch lägen außerdem Reformvorschläge zur Studienförderung, die einen Kostenrahmen zwischen drei und 85 Mio. Euro umfassen - all diese Vorschläge hätten aber natürlich eine "Finanzierungskomponente".(APA, derStandard.at, 19.02.2014)

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