Philosoph Rudolf Haller gestorben

19. Februar 2014, 12:23
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Der umtriebige Philosoph, unter anderem Mitbegründer der Österreichischen Ludwig-Wittgenstein-Gesellschaft, starb am Montag in Graz

Graz - Nach dem Zweiten Weltkrieg war es um die Philosophie in Österreich lange schlecht bestellt. Einer, der daran nachhaltig etwas änderte, war Rudolf Haller. Der Grazer Philosoph trug wesentlich zur Wiederaneignung jener österreichischen Denker aus dem 19. Jahrhundert und der Zwischenkriegszeit bei, deren Arbeiten zwar international rezipiert worden waren, aber in Österreich selbst lange vergessen blieben.

Der 1929 geborene Haller, der nach Aufenthalten in Oxford und in Deutschland Professor an der Universität Graz war, gab unter anderem die gesammelten Schriften Otto Neuraths heraus und war Mitbegründer der Österreichischen Ludwig-Wittgenstein-Gesellschaft, die bis heute jährlich die Internationalen Wittgenstein-Kongresse in Kirchberg am Wechsel ausrichtet.

Wittgenstein, der Wiener Kreis und die Entwicklung der österreichischen Philosophie seit dem 19. Jahrhundert waren auch die wichtigste Forschungsthemen Hallers, der durch seine vielfältigen Aktivitäten zur Internationalisierung und Öffnung der Philosophie in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg beitrug. Sein Interesse an der österreichischen Philosophiegeschichte fand auch einen institutionellen Niederschlag: in der außeruniversitären Dokumentations- und Forschungsstelle für österreichische Philosophie, die er bis zu seiner Emeritierung 1997 leitete.

Zudem gründete er "Grazer Philosophische Studien. Internationale Zeitschrift für analytische Philosophie" und gab die Buchreihe "Studien zur österreichischen Philosophie" heraus. Rudolf Haller starb nach langer schwerer Krankheit am Montag in Graz. (tasch, derStandard.at, 19.2.2014)

  • Rudolf Haller starb am Montag in Graz.
    foto: privat

    Rudolf Haller starb am Montag in Graz.

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