EU-Verhandlerin Schmid geriet zuletzt in Abhöraffäre

19. Februar 2014, 10:53
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Deutsche Diplomatin kritisierte amerikanische Außenpolitik in heimlich mitgeschnittenem Gespräch als "unfair"

Die deutsche Diplomatin Helga Schmid führt am Mittwoch für die EU die Wiener Atomgespräche. Dabei ist der Name Schmid vor allem für die USA, die ebenfalls mit am Tisch sitzt, pikant. Denn die Mitarbeiterin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton geriet zuletzt wegen eines abgehörten Telefonats, in dem sie auf die amerikanische Diplomatie schimpfte, in die Schlagzeilen.

Äußerungen Schmids und der US-Außenministeriumssprecherin Victoria Nuland fanden sich Anfang Februar aus anonymer Quelle im Internet wieder und sorgten rasch für Furore. In einem kurzen Mitschnitt, der wohl aus russischer Quelle stammt, sagte Nuland allzu deutlich ihre Meinung über die Haltung der EU im Ukraine-Konflikt: "Fuck the EU". Kurz darauf tauchte auch ein Gespräch Schmids auf, in dem sie sich über die Vorwürfe der Amerikaner, die EU sei zu weich, bitterlich beklagte: "Aber das ist wirklich sehr unfair, wenn sie das verbreiten", war von der deutschen Diplomatin zu hören.

Fortsetzungen der Atomgespräche

Am Mittwoch ab 10.30 Uhr wurden die Atomgespräche in Wien fortgesetzt. Das Gegenüber der EU ist dabei der iranischen Vizeaußenminister Abbas Araqchi. Bei den Verhandlungen bis Donnerstag, die Ashton im Namen der internationalen Gemeinschaft führt, bemüht man sich um eine endgültige Einigung über das iranische Atomprogramm. Westliche Staaten werfen dem Iran vor, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies. Am Dienstag dem ersten Verhandlungstag wurde über keine Fortschritte berichtet, man versuche vor allem, sich über prozedurale Fragen zu einigen, hieß es. Es wurde jedoch von iranischer und westlicher Seite die konstruktive Atmosphäre der Gespräche gelobt. (APA, 19.02.2014)

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