Mit der Immuntherapie gegen Metastasen

20. Februar 2014, 06:37
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Wissenschafter entdecken neuartigen Mechanismus zur Bekämpfung von Metastasen

Wien - Metastasen sind einer große Herausforderung in der Krebs-Therapie. Wissenschaftler am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) haben einen Mechanismus entdeckt, wie Immunzellen Krebsabsiedelungen angreifen. Ihre Ergebnisse könnten der Grundstein zur Entwicklung neuer Medikamente gegen Metastasen sein.

Das Immunsystem ist nicht nur für die Bekämpfung von Infektionen verantwortlich, es spielt auch eine wichtige Rolle in der Erkennung und Zerstörung von Krebszellen. Bei der Krebs-Immuntherapie wird der gesamte Organismus in den Kampf gegen die Krankheit miteinbezogen. Österreichische Wissenschafter haben jetzt in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Australien und Deutschland gezeigt, dass das Protein Cbl-b eine Art molekulare Bremse für Immunzellen darstellt. Wird die Bremse gelöst, dann können die natürlichen Killerzellen Tumormetastasen hocheffektiv bekämpfen.

"Wenn wir Cbl-b in den NK-Zellen abschalten, werden diese sozusagen scharfgestellt und reduzieren signifikant Metastasen von Brusttumoren und Melanomen", fasst Erstautorin Magdalena Paolino die Ergebnisse der Studie zusammen. 

Gezielte Blockade

Den Forschern ist es gelungen, einen Weg zu finden, über den Cbl-b die Funktion der NK Zellen reguliert. Gemeinsam mit dem Lead Discovery Center der Max Planck Gesellschaft in Dortmund, haben sie ein Molekül entwickelt, dass die dafür verantwortlichen Rezeptoren blockiert. "Cbl-b wirkt über die so genannten TAM Rezeptoren wie eine molekulare Bremse auf die NK Zellen. Wenn wir diese Rezeptoren mit unserem Molekül - oral verabreicht oder als Injektion - gezielt blockieren, werden die Metastasen in unseren genetischen Modellen deutlich reduziert", sagt Paolino.

Das Immunsystem wird so angeregt Krebsmetastasen zu zerstören. "Eine derartige Entwicklung wäre ein Heiliger Gral der Krebstherapie. Trotz allem müssen noch weitere Experimente folgen, um unsere Erkenntnisse zu vertiefen und mögliche Nebenwirkungen ausschließen zu können", sagt Josef Penninger, Direktor am IMBA und Letztautor der Studie.

Seit langem war bekannt, dass Warfarin - der weltweit am häufigsten eingesetzte Gerinnungshemmer - Tumormetastasen in Modellsystemen reduziert. Der zugrundeliegende Mechanismus war bis dato jedoch unklar. "Unsere Erkenntnisse zeigen, dass der anti-metastatische Effekt von Warfarin durch die Inhibierung unseres neu entdeckten Cbl-b/TAM Signalweges in NK Zellen erklärt werden kann. Dieses Ergebnis liefert einen Anstoß, die Behandlung von Metastasen mit Warfarin und anderen Vitamin K-Antagonisten erneut zu überdenken", sagt Paolino. (red, derStandard.at, 19.2.2014)

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