Erster Wiener Online-Supermarkt bei Lebensmittelunverträglichkeit

19. Februar 2014, 09:06
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Geschäftsfiliale eröffnet im März in Wien

Die Wienerin Iris Bosich hat aus einem privaten Problem eine Geschäftsidee geboren. Nachdem sich ihr dreijähriger Sohn aufgrund einer Erkrankung gluten- und kaseinfrei ernähren musste und sie sich im Produkte-Dschungel zunächst nicht zurecht fand, hat sie einen Onlinesupermarkt für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeit gegründet. Am 1. März eröffnet sie dazu die erste Filiale in Wien.

Vitolerance

"Eine Diagnose wie Laktoseintoleranz oder Fruktoseunverträglichkeit grenzt das Lebensmittelangebot im gewöhnlichen Handel drastisch ein und macht das tägliche Einkaufen zum Spießrutenlauf", weiß Bosich, die selbst von Fruktoseunverträglichkeit betroffen ist. Und als sie gesehen hat, dass die Ernährungsumstellung auch für ihr Kind eine Verbesserung darstellte, wollte sie mit einem Online-Shop "Vitolerance" anderen Betroffenen helfen. Mittels Allergiefilter - bis zu 60 Einstellungen sind möglich - werden alle Unverträglichkeiten angeklickt und danach wirft das Portal jene Produkte aus, die vertragen werden. Zur Auswahl stehen etwa glutenfreie Backwaren und Teigwaren, laktosefreie Milchprodukte, fruktosefreie Aufstriche, zuckerfreie Süßigkeiten oder histaminfreie Weine.

Low Carb-Produkte

"Damit erspart man sich sowohl das mühsame Studieren von Etiketten, da weiß ja keiner was es bedeutet", sagte Bosich. In Zukunft will sie auch vermehrt Low Carb-Produkte anbieten. Aufgrund der bisherigen großen Nachfrage eröffnet Bosich nun am 1. März ihre erste Filiale in Wien. Im Einkaufszentrum Kagran 1 (K1) am Kagraner Platz in der Donaustadt werden auf 70 Quadratmetern die Spezialprodukte verkauft. "Da habe ich dann auch die Möglichkeit Kühlware anzubieten, die ich ja sonst schwer verschicken kann", so Bosich.

Das Angebot von "Vitolerance" soll stetig wachsen. Denn Schätzungen zufolge ist mittlerweile bereits jeder Dritte von einer Unverträglichkeit betroffen. Mittlerweile hat die Geschäftsführerin rund 2.000 Produkte in ihrem Sortiment. Bei der Auswahl wird sie von einer Wiener Diätologin unterstützt.

Darmgesundheit

Im Erwachsenenalter erworbene Intoleranzen hängen vielfach mit der Darmgesundheit bzw. dessen Überlastung zusammen, weiß die Tiroler Ernährungsexpertin Daniela Pfeifer, die sich wegen einer Autoimmunerkrankung seit Jahren glutenfrei ernährt. "Meiner Erfahrung nach können verschiedenste Intoleranzen wie gegen Fruktose, Histamin und Laktose durch intensive Darmpflege stark gemildert werden, manchmal sogar verschwinden."

"Eine unterschätzte, aber hartnäckige Intoleranz ist die Glutenintoleranz, von der viel mehr Leute betroffen sind als man glaubt. Leider wird sie immer noch belächelt und mangels geeigneter Diagnosemöglichkeiten zu selten in Erwägung gezogen", sagte Pfeifer. "Dabei ist gerade Gluten, das im Getreide nun in viel größerer Menge als noch vor 50 Jahren vorkommt, eine der Substanzen, die nachweislich einen schädigenden Einfluss auf den Darm und die Darmflora haben."

Das Vermeiden von Gluten helfe dem Darm "enorm bei seiner Regeneration" - er werde "toleranter" anderen Nährstoffen gegenüber, ist die Erfahrung der Diätologin. In ihrer Facebook-Gruppe "LowCarbGoodies" und ihrem Blog gibt sie seit Jahren Leidgeplagten Tipps für die Umsetzung einer Ernährungsumstellung.

Produkte ohne Zusatzstoffe

Dabei empfiehlt sie auf Qualitätsessen ohne Zusatzstoffe und ohne raffinierte Produkte sowie auf möglichst frische, saisonale und regionale Zutaten umzusteigen. Auch sollten hochwertige Öle und Fette (Lein-, Hanf- und Olivenöl sowie Virgin Coconut Oil) vermehrt gegessen werden. Pfeifer rät, die Ernährung für mindestens sechs Monaten glutenfrei zu halten, um danach die intoleranten Substanzen langsam "anzutesten". (APA, 19.2.2014)

  • Online-Supermarkt für Produkte bei Lebensmittelunverträglichkeiten.
    screenshot: red

    Online-Supermarkt für Produkte bei Lebensmittelunverträglichkeiten.

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