OMV verdient 2013 deutlich weniger

19. Februar 2014, 08:12
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Produktionsausfälle in Libyen und eine schwaches Raffineriegeschäft setzen dem Öl- und Gaskonzern zu

Der börsennotierte Öl- und Gaskonzern OMV hat sowohl im Gesamtjahr 2013 als auch im vierten Quartal trotz stabilen Umsatzes weniger Gewinn gemacht. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, liegt der Jahresumsatz 2013 bei 42,4 Milliarden Euro. Der Betriebserfolg liegt bei 2,7 Milliarden Euro, das entspricht einem Minus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr (3,1 Milliarden Euro). Im vierten Quartal 2013 brach der Betriebsgewinn vor Sondereffekten gar um mehr als die Hälfte auf 444 Millionen Euro ein. Schuld an dem Gewinnrückgang seien Produktionsausfälle in Libyen und ein generell schwaches Raffineriegeschäft.

Zu schaffen machten der OMV vor allem Lieferausfälle aus Libyen. Trotz zusätzlicher Mengen durch die erworbenen Felder in der Nordsee hätten die Einbußen in dem nordafrikanischen Land nicht kompensiert werden können. Die Gesamtproduktion von Erdöl und Erdgas sank im Schlussquartal um acht Prozent auf 277.000 Barrel pro Tag. Aus Libyen beziehen die Österreicher in Friedenszeiten rund zehn Prozent des Öls. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi wird das Land immer noch von Unruhen erschüttert, die auch die Ölförderung bremsen. Ende Oktober war die Produktion dort für mehrere Wochen unterbrochen. Anfang 2014 sei sie wieder angelaufen.

Bis 2016 will die OMV die Produktion auf rund 400.000 Barrel pro Tag steigern. In den kommenden drei Jahren will der Konzern dafür jährlich rund 3,9 Milliarden Euro investieren. Finanziert werden soll dies aus dem Cashflow sowie geplanten Verkäufen.

Schwaches Raffineriegeschäft

Zu kämpfen hat die OMV auch mit der branchenweiten Schwäche des Raffineriegeschäft, also der Weiterverarbeitung des Erdöls etwa zu Treibstoffen. Die Marge schrumpfte hier auf 1,16 (Vorjahr: 4,03) Dollar je Barrel. Grund dafür war die geringe Nachfrage nach Treibstoffen und die steigende Konkurrenz. Aber nicht nur bei der OMV sprudeln die Gewinn nicht mehr so stark. Auch Branchenriesen wie ExxonMobil, BP, Shell oder Total, verdienen immer weniger Geld. Die schwächelnde Weltkonjunktur drückt auf den Ölpreis und auf die Nachfrage im Raffineriegeschäft, auch weil die USA wegen des dortigen Fracking-Booms viel Öl und Gas aus Schiefergestein fördern und weniger von dem Rohstoff importieren. Die Anlagen, in denen Erdöl zu Benzin, Diesel, Heiz- oder Schmieröl veredelt werden, leiden unter Überkapazitäten, was auf die Margen drückt und zu einem Preiskampf mit russischen und asiatischen Rivalen führt. Zugleich steigen die Kosten, neue Vorkommen zu finden und zu erschließen.

Besser lief es im Schlussquartal im lange Zeit kriselnden Gasgeschäft. Die Tochter EconGas, an der OMV 50 Prozent hält, kehrte im vierten Quartal dank günstigerer Bezugspreise von den Lieferanten Gazprom und Statoil in die Gewinnzone zurück. Dank neuer Verträge kann die Firma ihr Gas nun günstiger aus Russland und Norwegen beziehen. Wie viele andere europäische Versorger hatte OMV die Verträge mit den Lieferanten Gazprom und Statoil neu verhandelt.

Dividende erhöht

Für das Geschäftsjahr 2014 geht man bei der OMV von einem weiterhin schwierigen Umfeld für Raffinerien und das Gasgeschäft aus. Die Dividende 2013 soll von 1,20 auf 1,25 Euro je Aktie angehoben werden.

OMV-Chef Gerhard Roiss weist in der Aussendung darauf hin, man habe trotz Gewinnrückgangs "bedeutende Fortschritte" bei der Umwandlung in ein auf Förderung fokussiertes Unternehmen erzielt. Eine große Rolle in der Umsetzung der Strategie werde auch der Erwerb von Statoil-Beteiligungen um 1,93 Milliarden Euro spielen, so Roiss. Dieser sei großteils durch die Reduktion des Working Capitals finanziert worden. (Reuters/red, derStandard.at, 19.2.2014)

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    foto: reuters/heinz-peter bader
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