Moody's traut Staats- und Landeshaftungen Österreichs nicht mehr ganz

18. Februar 2014, 23:07
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Landesgarantierte Papiere abgewertet - Negativer Ausblick

Wien - Angesichts der anhaltenden Diskussion über eine mögliche Insolvenz der Hypo Alpe Adria und einen Haircut für Anleihezeichner ist das Vertrauen der Ratingagentur Moody's in Staats- bzw. Landeshaftungen in Österreich angeschlagen. Moody's hat das Rating für garantierte Anleihen von vier Banken am Dienstagabend um zwei Stufen zurückgenommen und den Ausblick auf negativ gesetzt.

Bisher hatten vom Bund oder vom Land garantierte Anleihen das gleiche Rating wie die Gebietskörperschaft selber. Nachdem öffentlich darüber nachgedacht werde, Geldgeber an der Sanierung der Hypo mitzahlen zu lassen, müsse das offensichtlich gestiegene Risiko für Anleihezeichner im Rating berücksichtigt werden, schreibt Moody's. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines "Haircut", also nur teilweise Rückzahlung der Anleihen, gering sei und nicht nachvollziehbar sei, wie dies angesichts einer staatlichen Garantie umgesetzt werden könnte.

Moody's sieht steigende Unsicherheit hinsichtlich der Absichten der Republik als Eigentümerin der Hypo Alpe Adria. In der öffentlichen Debatte werde nicht ausgeschlossen, dass Anleihenzeichner zur Kasse gebeten werden könnten, obwohl es für sie staatliche Garantien gebe. Das sei ein Signal, dass die österreichischen Behörden Bankregeln ins Auge fassen könnten, die den Wert solcher staatlichen Garantien massiv beeinträchtigen.

Angesichts dieser Risken bewertet Moody's nun die garantierten Anleihen niedriger als die Gebietskörperschaften selber. Praktisch alle Papiere wurden um zwei Punkte abgestuft.

Betroffen sind von Land Tirol garantierte Papiere (nicht die Institute selber) der Hypo Tirol, von Vorarlberg garantierte Papiere der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank, von Wien garantierte Papiere der Bank Austria bzw. der Creditanstalt sowie Papiere der Pfandbriefstelle. (APA, 18.2.2014)

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