Bluttat in Wien-Brigittenau: U-Haft über 33-Jährigen verhängt

19. Februar 2014, 14:20
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Verdächtiger war mit unbehandelter Stichwunde im Bauch Tage unterwegs - Er berichtet von Erinnerungslücken

Wien - Über den 33-jährigen Verdächtigen in der Bluttat in Wien-Brigittenau ist am Mittwochnachmittag die Untersuchungshaft verhängt worden. Vorerst bleibt er bis 5. März in Haft, sagte die Sprecherin des Wiener Landesgerichts, Christina Salzborn, der APA. Er hatte sich am Montag der Polizei gestellt.

Am vergangenen Donnerstag war die blutüberströmte Leiche einer 20-Jährigen aus Neulengbach (Bezirk St. Pölten) in der Wohnung des Tatverdächtigen in der Brigittenauer Treustraße gefunden worden. Die junge Frau wollte am Dienstag zu dem 33-Jährigen nach Wien fahren. Als sie am Mittwoch nicht an ihrem Arbeitsplatz aufgetaucht war, meldeten die Eltern die junge Frau als vermisst. Nach einem Hinweis aus dem Freundeskreis, dass sie sich in der Wohnung ihres Ex-Freundes in der Treustraße aufhalten könnte, hatten Beamte der Sondereinheit WEGA (Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung) die Tür aufgebrochen und die Leiche der Frau im Wohnzimmer gefunden.

Der Verdächtige trug selbst einen Bauchstich davon und war mehrere Tage mit der blutenden Wunde unterwegs, bevor er sich stellte. Sein Vater in Serbien war es schließlich, der auf ihn so einwirkte, dass sich der 33-Jährige den Ermittlern stellte.

Wenig zu Umständen beigetragen

In seinen Einvernahmen konnte er bisher wenig zur Klärung der Umstände des Todes seiner Ex-Freundin beitragen. "Ich erwarte mir viel von den objektiven Gegebenheiten am Tatort", sagte sein Verteidiger, Franz-Karl Juraczka. "Er ist selbst gestochen worden", erklärte der Anwalt. In der ganzen Wohnung habe man das Blut des Mieters gefunden. Vermutlich sei ein Gefäß verletzt worden.

Der 33-Jährige war, nachdem er den Stich in den Bauch bekommen hatte, laut seinen bisherigen Aussagen bewusstlos geworden. Als er wieder aufgewacht sei, habe er seine Ex-Freundin liegen gesehen und ihre tödliche Verletzung entdeckt. "Er sagt, er hat sie weggestoßen und das Messer weggeworfen. Ich nehme an, dass er es sich aus dem Bauch gezogen hat", so der Anwalt.

Dass es eine Auseinandersetzung gegeben hat, sei "naheliegend". "Dass jemand selbst Hand angelegt hat, ist eher unwahrscheinlich. Aber da befinde ich mich auf dem Boden der Spekulation", sagte Juraczka. Offen bleibe, wie die Auseinandersetzung gelaufen sei. "Wir wissen mittlerweile, dass sonst niemand in der Wohnung war", schloss Juraczka eine Beteiligung weiterer Personen aus. (APA/red, derStandard.at, 18.2.2014)

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