Taskforce rechnet an zwei Modellen für Hypo

18. Februar 2014, 19:08
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Rechenkünstler für die Anstaltslösung - Exlandeschef Dörfler bot Bayern noch 2009 neue Landeshaftungen an

Die Taskforce Hypo, genauer gesagt deren Mitglied und Hypo-Sonderkoordinator Georg Krakow, ist derzeit mit diversen Rechenmodellen beschäftigt. Krakow und sein Team lassen zwei Abbau-Bank- bzw. Anstaltsvarianten auf deren Machbarkeit und Wirkungen untersuchen: In der einen flössen 19 Milliarden Euro an Assets in die Bad Bank bzw. Anstalt, in der zweiten wären es Vermögenswerte von "lediglich" 13 Milliarden Euro.

Die 19 Mrd. Euro entsprechen dem gesamten Abbau-Portfolio der verstaatlichten Hypo, wobei Banker wie Aufseher nicht müde werden zu betonen, dass davon "nur" rund 8,5 Mrd. Euro notleidend, also "non performing", sind. Davon wiederum sei bereits rund die Hälfte wertberichtigt, für die restlichen rund vier Milliarden Euro an Assets gebe es realisierbare Sicherheiten.

Allerdings, so müssen auch die damit Befassten eingestehen, sei die Verwertung von Vermögen derzeit "mühsam"

Variante II

Die zweite Variante, gemäß der Assets von 13 Mrd. Euro in der Anstalt geparkt würden, fußt auf einem Papier aus der Notenbank, das deren Gouverneur Ewald Nowotny aufs Tapet gebracht hat. In diesem Modell geht es um jene Vermögenswerte, die bereits jetzt in einer Zwischenholding lagern, der Heta Asset Resolution. So heißt die Abbaueinheit der Hypo, die es seit rund eineinhalb Jahren gibt und in der Portfolios von rund 13 Mrd. Euro lagern.

Dieses Portfolio, ein großer Teil davon bezieht sich auf Realitäten, soll vergleichsweise einfach und übersichtlich strukturiert sein – was auch die Verwertung und den Abbau vereinfachen würde. Sollten sich die Eigentümer der Bank zu dieser "kleinen" Anstaltslösung durchringen, blieben die übrigen Assets in der alten Hypo Alpe Adria. Auch in dem Fall gilt aber: Exeigentümerin BayernLB müsste der Abspaltung zustimmen. Zweckdienliche politische Gespräche mit den Bayern laufen aber dem Vernehmen nach noch immer nicht. Wobei aus Eigentümerkreisen verlautet, dass man notfalls auch ohne Zustimmung aktiv würde und es "auf eine Klage der Bayern ankommen ließe".

Alte Zahlen

Eine der großen Schwierigkeiten bei alledem: das Zahlenmaterial. Die Bilanz 2013 ist ja noch nicht fertig; aktuelle, geprüfte Zahlen gibt es also noch nicht. Vielmehr müssen Banker wie Eigentümer und Aufseher mit Zahlen vom Halbjahr 2013 agieren bzw. mit Prognosezahlen. Auch die Taskforce müsse sich "auf solche Schätzziffern verlassen", wie es heißt. Das gelte auch für jene Berechnungen, anhand derer die Taskforce eruieren muss, ob die Wertberichtigungen, die bisher gebildet wurden, ausreichen – oder ob man vor dem allfälligen Asset-Transport in eine Anstalt weitere (budgetwirksame) Abwertungen durchführen muss. In der Hypo betont man, dass Schätzungen nicht nötig sein werden, da ja die Bilanz 2013 im März stehen werde – und damit vor der Entscheidung über die Anstalt.

Was die Vergangenheit der Ex-Landesbank betrifft und die politische Diskussion in Kärnten und FPÖ wurde am Dienstag ein pikanter Aspekt bekannt. Der ORF-Report publizierte einen Brief des damaligen Landeshauptmanns Gerhard Dörfler von März 2009. Er bot darin dem bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon weitere Landeshaftungen an. Wie bei einem Treffen am 9. März 2009 "deponiert", sei das Land Kärnten "gerne bereit, bei der Neuausrichtung der Hypo ... zur weiteren positiven Entwicklung der Bank unterstützend mitzuwirken und auch für die geplante Anleihe ... eine Landeshaftung zu gewähren". Die BayernLB war damals Mehrheitsaktionärin der Hypo, die Landeshaftungen betrugen bereits 20 Mrd. Euro. (gra, DER STANDARD, 19.2.2014)

  • Eine der großen Schwierigkeiten: das Zahlenmaterial.
    foto: apa/barbara gindl

    Eine der großen Schwierigkeiten: das Zahlenmaterial.

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