Auslandseinsätze: Große Worte für kleine Taten

Kommentar18. Februar 2014, 18:43
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Bei der ohnehin kleinen Beteiligung mit neun Mann in Zentralafrika werden hinter den Kulissen allzu kleinliche Rechnungen angestellt

Mit großen Worten präsentierten der rote Verteidigungsminister und sein schwarzer Regierungskollege im Außenamt, wie sie das Engagement des Bundesheeres nach dem umstrittenen Abzug vom Golan schon demnächst wieder steigern wollen. Doch auch wenn die Republik bald größter Truppensteller am Balkan ist, bei der ohnehin kleinen Beteiligung mit neun Mann am heiklen Einsatz in Zentralafrika werden hinter den Kulissen allzu kleinliche Rechnungen angestellt.

Wie bei allen EU-Missionen drängte Brüssel darauf, dass sich die Mitgliedsstaaten nach streng errechnetem Schlüssel den Aufwand für Transport und Unterbringung der Soldaten auch in dem Land teilen, wo sich muslimische Rebellen und christliche Milizen derzeit schwere Kämpfe auf Kosten der Zivilbevölkerung liefern. Doch mit dem Verweis auf "Budgetknappheit" in seinem Ressort will Außenminister Sebastian Kurz nun keinesfalls die für die Republik errechnete Million bereitstellen, sondern den Beitrag Wiens auf ein Drittel drücken.

Derart knausrige Verhandlungsmanöver kannte man bisher von den Briten - und diesmal tut sich ausgerechnet Österreich in dieser unrühmlichen Rolle hervor: als eines der reichsten Länder der Union, das bei diesem Einsatz ohnehin kaum vor Ort sein wird, während tausende Soldaten anderer Staaten direkt ins Gefecht müssen. Neues solidarisches Engagement im Ausland sieht anders aus. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 19.2.2014)

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