Marcel Hirscher und die Gelassenheit

18. Februar 2014, 17:43
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Die Warterei hat ein Ende: Am Mittwoch startet Hirscher mit dem Riesentorlauf in die olympischen Spiele. Ted Ligety ist der Favorit

Krasnaja Poljana - "Die Warterei war ein Wahnsinn. Ich bin froh, dass es losgeht." Für Marcel Hirscher geht es am Mittwoch los. Des Salzburgers erster Auftritt bei den Spielen steigt im Riesenslalom. Dass er als Medaillenbank gilt, kann Hirscher "keinem übelnehmen".

Nach sechs von sechs Riesenslaloms stand der 24-Jährige in diesem Winter auf dem Podest, zweimal ganz zuoberst. Dort steht er auch in der einschlägigen Weltcupwertung. Der Topfavorit ist aber ein anderer. Ted Ligety gewann heuer dreimal, im Schnitt mit 1,20 Sekunden Vorsprung.

Dass Ligety im Gegensatz zu Hirscher den Hang bereits kennt - das US-Team übte 2013 vor Ort -, könnte zudem für den US-Amerikaner sprechen. Hirschers Trainer Michael Pircher sieht darin keinen großen Nachteil. Die Hangbefahrung wurde am Dienstag zwecks Schonung der Piste abgesagt. Pircher rechnet mit einer schmierigen Salzpiste. "Wir haben probiert, für alle Bedingungen gerüstet zu sein", sagt Hirscher, der es freilich lieber eisig hat. Die Startnummernauslosung meinte es besser mit dem Salzburger (Nummer drei). Ligety kommt als Siebenter. Ob die beiden gegen Adelboden-Sieger Felix Neureuther antreten müssen, entscheidet sich am Renntag. Der Deutsche leidet noch unter den Folgen eines Schleudertraumas, das er sich bei einem Autounfall am Freitag zugezogen hat. Jedenfalls antreten werden Hirschers Landsleute Benjamin Raich, Philipp Schörghofer und Matthias Mayer.

Die größten Erwartungen lasten aber auf Hirscher. Der versucht, damit gelassen umzugehen. "Ich weiß, was ich kann. Aber ich weiß auch, dass es noch etwas anderes als Skifahren im Leben gibt. Sollte es nicht klappen, kann ich mich auch nicht vom nächsten Baum runterstürzen." Ein guter Plan, schließlich folgt noch der Slalom am Samstag. Fünf Podestplätze, davon zwei Siege stehen für Hirscher heuer zu Buche. (rie; APA, DER STANDARD, 19.2.2014)

  • Der eine will Gold, der andere hat es schon: Marcel Hirscher und Matthias Mayer.
    foto: apa/schlager

    Der eine will Gold, der andere hat es schon: Marcel Hirscher und Matthias Mayer.

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