Viele Morde an Journalisten nach Recherchen über Korruption

18. Februar 2014, 16:31
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Syrien ist gefährlichstes Einsatzgebiet

London/Beirut - Ungefähr die Hälfte der im vergangenen Jahr getöteten Journalisten hat in einem Kriegs- oder Bürgerkriegsgebiet gearbeitet. Das geht aus einer Analyse hervor, die das International News Safety Institute (INSI) in London veröffentlichte.

Demnach waren von den 134 Reportern, die 2013 bei der Arbeit umkamen, 65 in einem Konfliktgebiet tätig. 69 Getötete starben in vermeintlich friedlichen Ländern. Zumeist hatten sie laut INSI über Verbrechen oder Korruption recherchiert, andere starben bei Unfällen oder Naturkatastrophen. Printjournalisten stellen mit 45 Getöteten die größte Gruppe unter den Reportern, die bei der Arbeit starben (Radio: 35, TV: 33, Nachrichtenagenturen: zwölf, Online: sechs, Unbekannt: drei)

Syrien war das zweite Jahr in Folge mit 20 Toten das gefährlichste Einsatzgebiet, gefolgt vom Irak mit 16 Toten, den Philippinen mit 14 Toten, Indien mit 13 Toten und Pakistan mit neun Toten. Weltweit war der Blutzoll kleiner als im Vorjahr, als noch 152 starben. Die Initiative zeigte sich jedoch "besorgt über die steigende Zahl der Angriffe, Drohungen und Entführungen". Die meisten Morde blieben ungestraft. 85 der getöteten Reporter wurden erschossen, 18 kamen bei Unfällen um, 17 starben bei Explosionen. Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, nannte die Zahlen "grauenhaft". (APA, 18.2.2014)

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