Deutscher Minister will Handel mit Kinder-Nackfotos verbieten

18. Februar 2014, 14:03
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Familienfotos sollen nicht kriminalisiert werden

Der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) erwägt ein Verbot des Handels mit Nacktfotos von Kindern. Niemand dürfe "mit dem Körper von Kindern und Jugendlichen Geschäfte machen", erklärte Maas am Dienstag in Berlin. "Wir wollen klären, wie wir das gewerbsmäßige Handeln mit Nacktbildern von Kindern oder Jugendlichen unter Strafe stellen können."

Oft jahrelang im Internet

Solche Fotos fänden sich oft jahrelang im Internet und "haben schwere Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen", erklärte der Justizminister. "Wir werden den Kampf gegen Kinderpornographie mit der ganzen Härte des Rechts führen", fügte Maas hinzu. "Allerdings wollen wir nichts kriminalisieren, was zum Alltag vieler Eltern gehört, wie zum Beispiel das Fotografieren ihrer Kinder am Strand." Debatten über die Änderungen des Strafrechts sollten nicht mit Blick auf konkrete Einzelfälle geführt werden, erklärte der Minister.

Die Debatte um die gesetzlichen Regelungen zur Kinderpornografie waren durch den Fall des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy in Gang gekommen, gegen den wegen Fotos von Kindern ermittelt wird.

Gesetzesentwurf

Nach den Worten von Maas soll noch vor Ostern ein Gesetzesentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Ausbeutung auf den Weg gebracht werden. Zur besseren Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet solle der "veraltete Schriftenbegriff im Strafrecht" dem digitalen Zeitalter angepasst werden, erklärte der Minister weiter. "Wir wollen den Begriff der 'Schriften' um den Begriff 'Informations- und Kommunikationstechnologie' ergänzen. (APA, 18.2.2014)

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