Evaluierung zur Neuen Mittelschule soll bis Anfang 2015 vorliegen

18. Februar 2014, 13:09
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Uni-Konsortium analysiert erste zwei NMS-Generationen im Hinblick auf Leistung und überfachliche Kompetenzen

Wien - Die Evaluierung der Neuen Mittelschulen (NMS) soll Ende 2014, Anfang 2015 vorliegen. Durchgeführt wird sie von einem Universitäten-Konsortium unter der Leitung des emeritierten Erziehungswissenschafters Ferdinand Eder (Uni Salzburg). Analysiert werden sollen dabei Leistungen und überfachliche Kompetenzen der ersten beiden Generationen von NMS-Schülern, so Eder zur APA.

Die NMS wurden 2008 gestartet und sollten eigentlich nach Abschluss des ersten vierjährigen Durchgangs vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) evaluiert werden. Stattdessen wurde die Schulform mit dem Schuljahr 2012/13 ohne Evaluierung ins Regelschulwesen übernommen, bis 2018/19 soll die NMS komplett die Hauptschule ersetzen. Kritik daran übte unter anderem Ex-Bifie-Chef Günter Haider, aufgeflammt ist diese wieder nach dem Vorliegen der Ergebnisse der letzten Bildungsstandard-Testungen Ende Jänner. Dabei erreichten die mit mehr Ressourcen ausgestatteten NMS keine besseren Ergebnisse als die Hauptschulen.

Bifie nur mehr beteiligt

Das Bifie ist an der Evaluierung nun nur mehr beteiligt. Die Federführung liege bei Wissenschaftern der Uni Salzburg bzw. der Uni Wien, so Eder. Das Bifie schaffe etwa die organisatorischen Rahmenbedingungen, beteilige sich aber etwa nicht an der Datenauswertung und der Erarbeitung der inhaltlichen Ergebnisse.

Gleichzeitig warnte Eder vor "Schnellschuss-Evaluationsergebnissen". Die Bildungsstandard-Ergebnisse würden etwa erst seit Ende Jänner vorliegen. "Von verschiedenen Seiten wurde mit Recht darauf hingewiesen, dass die flächendeckende Einführung der NMS erfolgt ist, ohne die Ergebnisse der Evaluierung abzuwarten. Die jetzt vereinzelt gemachten Vorschläge, die NMS zu stoppen, laufen Gefahr, diesen Fehler zu wiederholen", so der Wissenschafter in einer Aussendung der Uni Salzburg.

Verzerrungen

Die Evaluierung sei dabei durchaus komplex. So würden die ersten beiden NMS-Generationen der Jahre 2008 und 2009 nicht die Grundgesamtheit der Schüler repräsentieren. Es handle sich nicht um zufällig gezogene "Versuchsschulen", sondern um entweder nominierte Schulen oder solche, die sich aus unterschiedlichen Gründen zur Teilnahme entschlossen haben. "Manchen ist das Wasser bis zum Hals gestanden und brauchten deshalb mehr Ressourcen, manche haben sich dem Konzept verbunden gefühlt", so Eder zur APA. So wäre im 67 Schulen umfassenden ersten Jahrgang etwa der Bezirk Murau fast geschlossen und große Teile Vorarlbergs dabei gewesen, andere Bundesländer dagegen überhaupt nicht.

"Dadurch ergeben sich große Verzerrungen gegenüber der Gesamtheit der Standorte", betonte Eder. Diese atypische Zusammensetzung könne man mit statistischen Mitteln herausrechnen. "Man kann dann sagen, wie die Schulen abschneiden würden, wenn sie eine normale Zusammensetzung etwa im Hinblick auf kognitive Leistungen bzw. die Zusammensetzung der Familien hätten." (APA, 18.2.2014)

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