Rudas: "Man kann durchaus über die Matura an sich diskutieren"

18. Februar 2014, 12:56
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SPÖ-Bildungssprecherin: "Muss nicht die strengste Prüfung sein" - Ziffernnoten Eins bis Fünf nicht sehr fortschrittlich

Für die neue SPÖ-Bildungssprecherin Laura Rudas ist die ab 2015 geltende neue Matura ein Fortschritt gegenüber der derzeitigen Regelung - auch wenn man über die grundsätzliche Notwendigkeit einer Reifeprüfung reden könne: "Man kann durchaus über die Matura an sich diskutieren, also ob man nach acht Jahren Schule dann noch eine Prüfung braucht", so Rudas im APA-Gespräch.

"Ziel ist ein objektives Beurteilungssystem"

"Wenn man sich für die Matura entscheidet, dann muss es nicht die strengste und härteste Prüfung sein. Immerhin hat derjenige ja schon acht Jahre geschafft", so Rudas. "Aber es darf keinen Unterschied machen, in welche Schule man geht." Daher begrüße sie das System einer zentralen Vorgabe der schriftlichen Prüfungen: "Ich verstehe schon die Ängste von Schülern. Aber eines muss klar sein: Das Ziel ist, dass wir ein objektives Beurteilungssystem haben, das nicht abhängig ist vom Goodwill des Lehrers und ob ich jetzt ein besonders braver Schüler bin und einen guten Draht zum Lehrer habe oder in welche Schule ich gehe."

Derzeitiges Notensystem "nicht in Stein gemeißelt"

Das derzeitige Beurteilungssystem mit den Ziffernnoten eins bis fünf ist für Rudas nicht in Stein gemeißelt. "Da soll man drüber nachdenken und viel ausprobieren, was zu einer Objektivierung der Leistungsbeurteilung führt." Das derzeitige Notensystem mit den Ziffernnoten von eins bis fünf sei nicht das Fortschrittlichste: International sei dies sogar eher selten, es werde etwa oft mit Punkten gearbeitet.

Sie sei durchaus dafür, dass man sich das Notensystem zum Zweck der Objektivierung einmal genau ansehe. "Das heißt jetzt natürlich nicht, dass man überhaupt keine Beurteilung hat. Aber der Schüler soll etwas damit anfangen können." Dazu gehöre auch die Überlegung, ob man nicht "eine kreative Form finden kann, die Schulpartnerschaft in die Beurteilung einzubinden". Das derzeitige System zwinge den Lehrer nicht, einem 13-Jährigen zu erklären, warum er jetzt einen Dreier oder Vierer im Zeugnis stehen habe. Im Rahmen der Schulautonomie könnten die Schulen da durchaus einiges ausprobieren, meinte Rudas. "Aber man kann auch generell darüber diskutieren." (APA, 18.2.2014)

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