In kleineren Orten leben 715.000 Menschen ohne Auto

18. Februar 2014, 12:28
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VCÖ forderte Gemeindebusse für ländliche Regionen

Wien - Am Land weist der öffentliche Verkehr Lücken auf. In Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern leben laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) 715.000 Menschen über 15 Jahre, die selber kein Auto lenken. In vielen kleinen Gemeinden Österreichs gibt es abgesehen von Schulbussen keine öffentlichen Verkehrsmittel. Der VCÖ forderte als Ergänzung zum Linienverkehr mehr Gemeindebusse.

Weitere 275.000 Personen aus diesen Klein-Gemeinden fahren nur ein paar Mal im Jahr selber mit dem Auto. Dazu kommt noch eine große Anzahl von Menschen, die in Ein-Auto-Haushalten wohnen und tagsüber kein Auto zur Verfügung haben.

Förderprogramm für Mikro-ÖV-Systeme

Der VCÖ forderte für die kleinen Gemeinden Österreichs Gemeinde- oder Rufbusse oder Anruf-Sammeltaxis. "Dieser sogenannte Mikro-ÖV schließt vorhandene Mobilitätslücken. Mikro-ÖV kommt idealerweise dort zum Einsatz, wo kein Linienbus fährt oder wo es keine Verbindung des Ortes zum nächsten Bahnhof gibt", erklärt VCÖ-Experte Markus Gansterer. Erfolgreich sind etwa die Gemeindebusse in den nordburgenländischen Orten Pöttsching, Breitenbrunn, Purbach und Hornstein. Allein der seit dem Jahr 2000 bestehende "Gmoabus" in Pöttsching wird jährlich von rund 30.000 Fahrgästen genutzt. Mikro-ÖV gibt es auch in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg.

Im Idealfall arbeiten laut VCÖ mehrere Gemeinden zusammen. Damit erweitert sich das Gebiet, in dem der Gemeindebus fährt und die Kosten für die Gemeinden werden geringer. Wenn es örtliche Taxi- oder Bus-Unternehmen gibt, sind diese unbedingt einzubinden. Von den Gemeindebussen profitieren auch die Betriebe und die Nahversorger im Ort.

Derzeit werden Gemeinden bei der Einführung bzw. Erweiterung von Mikro-ÖV-Systemen vom Klima- und Energiefonds durch das Förderprogramm "Mikro-ÖV-Systeme für den Nahverkehr im ländlichen Raum" unterstützt. Das Programm geht im Jahr 2014 bereits in die 4. Ausschreibungsrunde, gestartet wird diese voraussichtlich Mitte des Jahres. (APA, 18.2.2014)

  • In ländlichen Gebieten mangelt es oft an öffentlichen Verkehrsmitteln.
    foto: oebb

    In ländlichen Gebieten mangelt es oft an öffentlichen Verkehrsmitteln.

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