Ägypten: Islamisten drohen Urlaubern

18. Februar 2014, 18:37
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Extremistische Gruppe Ansar Beit al-Makdis bekannte sich zu Anschlag auf Reisebus

Kairo - Nach dem Anschlag auf einen Touristenbus auf dem Sinai, bei dem am vergangenen Sonntag vier Menschen gestorben waren, hat sich am Dienstag die islamistische Gruppe Ansar Beit al-Makdis zu der Tat bekannt. Gleichzeitig drohten die Extremisten mit weiteren Angriffen auf Urlauber, sollten diese nicht bis Donnerstag, den 20. Februar, das Land verlassen.

In der Erklärung der Gruppe heißt es, es habe sich bei dem Angriff auf den Bus um einen Selbstmordanschlag gehandelt. Bisher hatten Sicherheitskräfte laut eigener Darstellung vermutet, dass eine an der Straße verstecke Bombe die Explosion ausgelöst habe.

Ansar Beit al-Makdis und andere islamistische Gruppen kämpfen auf dem Sinai schon seit längerem gegen ägyptische Sicherheitskräfte. Vor allem seit der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Morsi im vergangenen Sommer haben sich die Kämpfe deutlich verschärft.

Gegen Wirtschaftsinteressen

Angriffe haben sich bisher aber vor allem gegen Einrichtungen der Polizei und der Armee gerichtet, der Anschlag vom Sonntag war der erste tödliche Anschlag auf Touristen im Land seit 2009.

In ihrem auf einer einschlägigen Webseite verbreitenden Statement schreibt die Gruppe, sie wolle mit den Anschlägen auf den für das Land bedeutenden Tourismussektor ihren "wirtschaftlichen Krieg" gegen die ägyptische Regierung intensivieren.

Österreichs Außenministerium verweist auf die bestehende Reisewarnung für den Nordsinai; gewarnt wird zudem vor Reisen in Teile der Saharagebiete. Eine Änderung der allgemeinen Einschätzung gab es am Dienstagnachmittag nicht, auf Anfrage des Standard hieß es aber, die Situation werde laufend evaluiert. Für die Badeorte am Roten Meer gilt demnach weiter nur ein "erhöhtes Sicherheitsrisiko", für die übrigen Landesteile ein "hohes Risiko". (Reuters, mesc)

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