DNA-Computer spielt Tic-Tac-Toe

24. August 2003, 09:35
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In mehr als 100 Partien bisher ungeschlagen

US-Forscher haben einen DNA-Computer gebaut, der bisher ungeschlagen im Tic-Tac-Toe gegen menschliche Gegner ist. Das MAYA genannte System beherrscht die einfachen logischen Analysen für das simple Strategiespiel und soll die Entwicklung molekularer logischer Schaltkreise voranbringen, wie seine Entwickler im Fachjournal "Nature Biotechnology" berichten.

Spielregeln

Bei dem Strategiespiel markieren die Gegner - normalerweise auf Papier - abwechselnd je eines von drei mal drei Feldern mit einem Kreuz oder einem Kreis. Wer zuerst eine horizontale, vertikale oder diagonale Reihe markiert hat, gewinnt.

Funktion

MAYA besteht aus drei mal drei Kammern mit verschiedenen Kombinationen von Enzymen, die Erbgut zerlegen können. Das System zeigt einen Zug durch Fluoreszieren in der entsprechenden Kammer an. Der menschliche Gegner zieht, indem er MAYA je nach gewählter Kammer einen speziellen kurzen Erbgut-Strang zufügt. Mit Hilfe logischer Gatter berechnet MAYA den besten Gegenzug und bringt die resultierende Kammer zum leuchten.

Unschlagbar

Nach mehr als 100 Spielen ist das System immer noch ungeschlagen, wie Milan Stojanovic von der Columbia University (New York) und Darko Stefanovic von der Universität von New Mexico (Albuquerque) berichten. Das liegt an der leicht beherrschbaren Logik des Spiels, die Tic-Tac-Toe zur klassischen Wahl bei der Entwicklung neuer Computerverfahren gemacht hat.

Anwendungen

DNA-Computer könnten zwar vermutlich nie mit herkömmlichen Siliziumchips konkurrieren, wenn es um die Lösung komplexer Rechenaufgaben gehe, schreiben die Forscher. Die biologischen Schaltkreise könnten sich jedoch für molekulare Apparate eignen, die beispielsweise autonom Krankheiten diagnostizieren oder behandeln sollen. (APA)

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