Palfinger schaumgebremst optimistisch

19. August 2003, 19:33
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Umsatz und Ergebnis sollen heuer leicht verbessert werden - Aber Belastung durch schwachen Markt und französische Tochter

Wien - Der Salzburger Kranhersteller Palfinger AG erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2003 leichte Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis - eine deutlichere Belebung des Geschäfts ist aber wegen der lahmen Konjunktur speziell in der europäischen Baubranche nicht abzusehen, sagte Finanzvorstand Eduard Schreiner am Montag bei der Halbjahres-Pressekonferenz des Unternehmens.

Bei stagnierendem Umsatz ist der Betriebserfolg (EBIT) zum Halbjahr leicht gestiegen, das Konzernergebnis legte wegen eines besseren Finanzerfolgs und geringerer Steuerbelastung zweistellig zu.

Belastet wurde das Ergebnis auch durch rote Zahlen bei der vor drei Jahren übernommenen französischen Tochter Guima, wo Hakengeräte produziert werden. Know-how-Basis, Produkt und Markt von Guima seien intakt, ein starker Preisdruck und nur langsame Erfolge bei der Produktivitätssteigerung hätten aber das Betriebsergebnis des zugehörigen Geschäftsbereichs ("Hydraulische Systeme") um mehr als 80 Prozent einbrechen lassen, sagte Marketingvorstand Wolfgang Pilz. Nach dem soeben erfolgten Austausch des Managements der Frankreich-Tochter "erhoffen wir eine deutliche Ergebnisverbesserung in den nächsten Monaten. Hier liegt ein großes Potenzial begraben."

Lieferzeiten gesenkt

Erfolge vermeldet das Palfinger-Management dagegen beim 2001 gestarteten Projekt "Rapid Process" (RAP), mit dem die Lieferzeiten für Lkw-Kräne - Hauptergebnisträger des Konzerns - deutlich gesenkt wurden. Das RAP-Projekt habe Auftragseingänge und Auslastung von Kapazitäten erhöhen können, hieß es. Das EBIT des Geschäftsbereichs Lkw-Kräne (Halbjahresumsatz: 94 Mio. Euro) legte bis Jahresmitte um 2,3 Prozent auf 14,5 Mio. Euro zu. Gut unterwegs ist Palfinger nach Eigenauskunft auch im (niedrigvolumigen) Geschäft mit Kränen für die Land- und Forstwirtschaft.

Im Rahmen eines neuen Standortkonzepts hat Palfinger seine heimische Kranmontage im oberösterreichischen Lengau konzentriert, der Standort in Salzburg-Kasern wird zu einem Service- und Informationszentrum ausgebaut. Die Produktion von Zylindern in Lengau wurde mittlerweile nach Bulgarien verlegt. Unter dem Strich werden in Österreich aber keine Arbeitsplätze verloren gehen, sagte Palfinger-Vorstand Herbert Ortner. Derzeit beschäftigt das Unternehmen etwa 1.000 seiner insgesamt 2.400 Mitarbeiter im Land.

Zum Halbjahr 2003 ist der Umsatz des Konzerns mit 166,8 (165,8) Mio. Euro praktisch unverändert geblieben, das EBIT erhöhte sich geringfügig um 2,3 Prozent auf 15,4 (15,1) Mio. Euro. Das Vorsteuerergebnis betrug 14,5 (13,7) Mio. Euro und das Konzernergebnis 9,5 (8,5) Mio. Euro, was einem Zuwachs von 11 Prozent entspricht.(APA)

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    foto: palfinger
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