Aufruf zum Dschihad gegen Irak und Saudiarabien

20. August 2003, 19:25
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Auf einem Tonband hat ein El Kaida-Aktivist dazu aufgerufen, gegen die US- Truppen zu kämpfen - Extremisten drohen mit Anschlägen auf "Juden und US-Amerikaner"

Islamabad - In einer in Pakistan aufgetauchten Tonbandaufnahme hat ein mutmaßlicher El-Kaida-Aktivist Moslems in aller Welt aufgerufen, die Besatzungstruppen im Irak zu bekämpfen. Der Aufruf wurde am Montag vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlt. Auch die Nachrichtenagentur AP hatte das Tonband im Freitag in Pakistan erhalten. Der Sprecher gibt sich als Abdur Rahman el Najdi aus, ein von den USA gesuchtes El-Kaida-Mitglied. Sollte die Botschaft echt sein, so wäre sie die erste, in der El Kaida zum Kampf im Irak aufruft.

"Wir hatten erwartet, dass die irakische Regierung drei bis sechs Monate durchhalten würde, und in dieser Zeit hätten Mujahedin aus der ganzen Welt Irak erreichen können. Aber die Regierung fiel schneller, als wir erwartet hatten", heißt es in der Aufnahme. Der Sprecher ruft die Einwohner der Nachbarländer Iraks auf, "über die Grenze zu gehen und den irakischen Mujahedin zu helfen". Zudem sollten sie helfen, das mit den USA verbündete saudiarabische Königshaus zu stürzen. "O Muslime, wo immer ihr seid, macht euch bereit für den Dschihad und kommt nach Irak und Saudiarabien", heißt es weiter.

Authentizität der Aufnahme

Die Authentizität der Aufnahme konnte zunächst nicht überprüft werden. Ein US-Regierungsbeamter in Washington erklärte jedoch, el Najdi habe in der Vergangenheit bereits mehrere Botschaften veröffentlicht, um die Moral der El-Kaida-Kämpfer zu stärken. In Afghanistan waren Anfang dieses Jahres Fahndungsposter El Najdis verteilt worden, der wie Osama bin Laden aus Saudiarabien stammt.

Extremisten drohen mit Anschlägen auf Juden und US-Amerikaner

Im Irak hat zudem eine neue militante Gruppe mit Anschlägen auf Ausländer und Geschäftsleute gedroht. Die unabhängige Tageszeitung "Shiraa" (Segel) veröffentlichte am Dienstag einen entsprechenden Drohbrief der bisher unbekannten Gruppe "Männer des irakischen Widerstandes". Die Mitglieder bezeichnen sich darin selbst als Anhänger des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein. Sie werfen US-Präsident George W. Bush vor, mit dem Krieg gegen den Irak Hass und Terrorismus gesät zu haben.

Die bewaffneten Angriffe würden sich gegen US-Amerikaner, Juden, Geschäftsleute und ausländische Firmenmitarbeiter richten, heißt es weiter. Die Gruppe drohte auch mit Anschlägen auf den Konferenzpalast in Bagdad, in dem die US-Zivilverwaltung und der Provisorische Übergangsrat ihre Pressekonferenzen abhalten. Als weitere Ziele werden Hotels mit Ausländern sowie Paläste und Gästehäuser des früheren Regimes genannt, in denen zurzeit die US-Armee und die Zivilverwaltung Quartier bezogen haben. (APA/AP)

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    Dschihadisten gegen "Juden und US-Amerikaner"

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